1546 – Girolamo Fracastoro verankert die Idee der Ansteckung in einem naturalistischen Kontext und identifiziert Krankheiten wie Syphilis, Tollwut, Masern und Krätze als durch spezifische Ansteckungsstoffe übertragbar.

1676 – In seinen Medizinischen Beobachtungen betont Thomas Sydenham die Einheitlichkeit von Krankheitssymptomen, die Ärzte ebenso klassifizieren können wie Botaniker Pflanzen.
1854 – John Snow analysiert Infektionsmuster der Londoner Cholera-Epidemie und schlussfolgert, dass Cholera über fäkal kontaminiertes Wasser übertragen wird.
1876 – Joseph Lister führt sein antiseptisches Chirurgiesystem ein: Instrumente, Hände und Verbände werden in Karbolsäure getränkt, um Wunden zu desinfizieren und Sepsis-bedingte Todesfälle zu senken.

1882 – Robert Koch belegt experimentell, dass der Tuberkelbazillus den größten Killer des 19. Jahrhunderts verursacht.

1898 – Marius Beijerinck beschreibt das Tabakmosaikvirus (TMV) als "ansteckende lebende Flüssigkeit", die eine Wirtszelle zur Vermehrung braucht. TMV war eines der ersten Viren, das elektronenmikroskopisch sichtbar wurde.
1898 – Ronald Ross entdeckt die Übertragung von Malaria durch weibliche Anopheles-Mücken; verursacht von Plasmodium-Parasiten.
1954 – Jonas Salk testet seinen Polio-Impfstoff. Später dominiert Alfred Sabins attenuierter Lebendimpfstoff die Kampagne – die weltweite Ausrottung bleibt jedoch Ziel.
1982 – Stanley Prusiner prägt "Prion" (aus Protein + Infektion) für Erreger von Scrapie, BSE und neurodegenerativen Erkrankungen.
1983 – Robert Gallo (NIH, USA) sowie Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi (Pasteur-Institut, Paris) isolieren unabhängig das HIV-Virus, Ursache von AIDS.
