Die Suche nach zuverlässigen Antikörpertests für das Coronavirus, die anzeigen, ob jemand bereits COVID-19 durchgemacht hat und immun ist, läuft auf Hochtouren. Experten weltweit prüfen derzeit verschiedene Ansätze.
Bevor solche Tests breit einsetzbar sind, müssen Behörden ihre Präzision streng validieren. Mehrere serologische Tests haben die Anforderungen bereits nicht erfüllt, während Labore in Großbritannien weitere Kandidaten evaluieren.
Gesundheitsminister Matt Hancock betonte, dass das Militärlabor Porton Down täglich rund 500 hochpräzise Tests durchführt.
Wie funktionieren Coronavirus-Antikörpertests?
Diese Tests ähneln einem Schwangerschaftstest: Ein Tropfen Blut reicht aus, um vorhandene COVID-19-Antikörper nachzuweisen.

Welche Unternehmen entwickeln Tests und wer validiert sie?
Die Liverpool School of Tropical Medicine (LSTM) prüft einen Test von Mologic aus Bedfordshire. Die Produktion erfolgt gemeinsam im Vereinigten Königreich bei Mologic und in Senegal beim Institut Pasteur de Dakar.
Sobald zugelassen, ermöglichen diese Tests zu Hause, in der Gemeinde oder Klinik eine Selbstdiagnose mit Ergebnis in 10 Minuten.
Im St. Thomas’ Hospital in London wird ein Test des Biotechnologieunternehmens Attomarker evaluiert.
SureScreen aus Derby hat einen Fingerstich-Test entwickelt, der in 10 Minuten ein Ergebnis mit 98 % Genauigkeit liefert.
Professorin Sharon Peacock, Direktorin des National Infection Service bei Public Health England (PHE), bestätigt, dass weitere Tests in einem Oxford-Labor geprüft werden.
Wann können Antikörpertests zuverlässig eingesetzt werden?
Prof. John Newton von PHE erklärt, dass Antikörpertests optimal 28 Tage nach einer Infektion wirken.
Dr. James Gill, Allgemeinmediziner und klinischer Dozent an der Warwick Medical School, präzisiert: „IgM-Antikörper sind die erste Körperreaktion, meist 5–10 Tage nach Infektionsbeginn, mit Peak nach 21 Tagen.“
„Bei frischen Symptomen dauert es etwa eine Woche, bis IgM nachweisbar ist. Aktuelle Daten deuten auf IgM-Präsenz bereits einen Tag nach Symptomen hin, doch zu diesem Zeitpunkt ist der Test noch nicht reliabel.“
IgG-Antikörper, ebenfalls nachgewiesen, zeigen eine frühere Infektion und Immunität an.
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Dr. Gill: „IgG ist nach 10–14 Tagen nachweisbar und schützt langfristig. IgM ist die schnelle Vorhut, IgG die starke Armee.“
Bei Reexposition produziert der Körper innerhalb von 24–48 Stunden viel IgG, um Neuinfektionen zu verhindern.
„IgM allein deutet auf frühe Infektion hin. IgM plus IgG signalisiert Schutz innerhalb eines Monats.“

Wurden Antikörpertests bereits zugelassen?
Die US-FDA erteilte kürzlich die erste Notfallzulassung an Cellex Inc. Der Test erfordert venöses Blut und labortechnische Durchführung.
Was bedeuten Antikörpertests für den Lockdown-Ausgang?
Matt Hancock im BBC Today Program: „Antikörpertests werden entscheidend, um aus dem Lockdown herauszukommen – sie zeigen, wer immun ist. Doch aktuell zählt Sozialdistanzierung am meisten.“
Die Lockerung hängt nicht allein von öffentlichen Tests ab.