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Neue Datierung des Broken-Hill-Schädels: Homo heidelbergensis jünger als vermutet – Neue Erkenntnisse zur menschlichen Evolution

  • Frische Datierungen des 1921 in Sambia gefundenen Broken-Hill-Schädels zeigen: Er ist deutlich jünger als lange geglaubt.
  • Die menschliche Evolution in Afrika vor rund 300.000 Jahren war komplexer, mit koexistierenden Linien verschiedener Hominiden.
  • Der Schädel, eine Schenkung aus den 1920er Jahren, ist heute im Natural History Museum zu sehen.

Experten haben einen versteinerten Schädel einer ausgestorbenen Menschenart neu datiert und stoßen damit auf spannende Fragen zur Herkunft des modernen Menschen.

Forscher des Natural History Museums und internationaler Teams haben das Alter des Broken-Hill-Schädels, der zu Homo heidelbergensis zählt, präzise ermittelt.

1921 von Bergleuten in Sambia entdeckt, wurde er zuvor auf rund 500.000 Jahre geschätzt.

Die aktuelle Studie ortet ihn jedoch zwischen 274.000 und 324.000 Jahren – mit einem Mittelwert von 299.000 Jahren.

Neue Datierung des Broken-Hill-Schädels: Homo heidelbergensis jünger als vermutet – Neue Erkenntnisse zur menschlichen Evolution

Als potenzielles Bindeglied in der Evolutionskette zum modernen Menschen weist der Schädel keine nennenswerten Ähnlichkeiten mit Homo sapiens auf, betonen die Wissenschaftler.

Die Ergebnisse, publiziert in der renommierten Fachzeitschrift Nature, unterstreichen die Komplexität der menschlichen Evolution in Afrika vor etwa 300.000 Jahren: Verschiedene Abstammungslinien existierten parallel.

Prof. Chris Stringer vom Natural History Museum, Mitautor der Studie, erklärt: „Dieses überraschend junge Alter widerspricht der Erwartung von Übergangsmerkmalen zwischen H. heidelbergensis und H. sapiens. Der Schädel zeigt keine signifikanten Züge unserer Art.“

Er ergänzt: „Früher galt Broken Hill als Teil einer linearen Evolution von archaischen zu modernen Menschen in Afrika. Heute wissen wir: Arten wie Homo naledi überlebten im südlichen Afrika, H. heidelbergensis in Süd-Zentralafrika, während frühe Homo sapiens-Formen in Marokko und Äthiopien existierten.“

Neue Datierung des Broken-Hill-Schädels: Homo heidelbergensis jünger als vermutet – Neue Erkenntnisse zur menschlichen Evolution

Der Schädel wurde in den 1920er Jahren dem Natural History Museum gespendet und ist dort öffentlich ausgestellt.

Die Datierung war herausfordernd: Die Originalsedimente fehlen, und hohe Schwermetallbelastungen im Fossil erschwerten Analysen. Daher untersuchten die Forscher Begleitfunde wie ein Schienbein- und Oberschenkelfragment aus derselben Schicht sowie Materialproben vom Schädel aus den Museumarchiven.

Leitung der Forschung hatte Prof. Rainer Grün von der Griffith University in Australien.