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COVID-19-Pandemie: Experten fordern dringende Echtzeit-Überwachung der psychischen Gesundheit

Renommierte Wissenschaftler aus Psychiatrie und Neurowissenschaften betonen, dass die psychische Gesundheit in der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie oberste Priorität haben muss. Als Autoritäten in ihrem Fachfeld fordern sie eine sofortige Einführung von Echtzeit-Monitoring-Systemen für die psychische Gesundheit im Vereinigten Königreich und weltweit.

In einem einflussreichen Artikel der Lancet Psychiatry unterstreichen die Forscher, dass medizinisches Personal an der Frontlinie sowie vulnerable Gruppen vorrangig psychosoziale Unterstützung erhalten müssen [externes PDF].

Die Experten empfehlen, Apps und digitale Programme so zu gestalten, dass sie die mentale Gesundheit während der COVID-19-Lockdowns schützen. Ihr Papier hebt die akute Notwendigkeit hervor, die schädlichen psychischen und neurologischen Folgen der Pandemie entschlossen zu bekämpfen.

In einer Erklärung von 24 Autoren heißt es: „Es ist bereits offensichtlich, dass die direkten und indirekten psychologischen und sozialen Auswirkungen der Pandemie der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19) allgegenwärtig sind und die psychische Gesundheit jetzt und in Zukunft beeinträchtigen könnten.“

Das Papier plädiert für umfassendere Überwachung, besseren Schutz und Behandlung psychischer Erkrankungen – unterstützt durch zusätzliche Ressourcen und koordinierte Ansätze.

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Laut einer Ipsos-Mori-Umfrage mit 1.099 Briten und einer MQ-Umfrage mit 2.198 Teilnehmern [externes PDF] hegt die Öffentlichkeit bereits große Sorgen um die psychische Gesundheit im Kontext von COVID-19. Beide Umfragen aus Ende März flossen direkt in das Lancet Psychiatry-Papier ein.

Sie offenbaren Bedenken zu Angststörungen, Zugang zu Diensten und Auswirkungen auf das Wohlbefinden.

COVID-19-Pandemie: Experten fordern dringende Echtzeit-Überwachung der psychischen Gesundheit

Professorin Emily Holmes vom Institut für Psychologie der Universität Uppsala erklärt: „Wir alle haben es mit beispielloser Unsicherheit und großen Veränderungen in der Art und Weise, wie wir unser Leben führen, als Folge der Coronavirus-Pandemie zu tun.“

„Unsere Umfragen zeigen, dass diese Veränderungen bereits erhebliche Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben. Die Regierungen müssen evidenzbasierte Wege finden, um die Widerstandsfähigkeit unserer Gesellschaften zu stärken, und Wege finden, Menschen mit psychischen Erkrankungen aus der Ferne zu behandeln, um diese Pandemie in guter psychischer Gesundheit zu überstehen.“

„Medizinisches Personal an vorderster Front und gefährdete Gruppen wie ältere Menschen und Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen müssen für eine schnelle Unterstützung der psychischen Gesundheit priorisiert werden.“

Das Papier fordert zudem rasche evidenzbasierte Ferninterventionen via Computer oder Smartphone, um Erkrankungen zu therapieren und Resilienz zu fördern.

Die Expertengruppe, initiiert von der Academy of Medical Sciences und MQ, lieferte eine klare Roadmap.

COVID-19-Pandemie: Experten fordern dringende Echtzeit-Überwachung der psychischen Gesundheit

Professor Matthew Hotopf, Vizedekan für Forschung am King’s College London und NIHR-Direktor, betont: „Wenn wir in Echtzeit wissen, was passiert, können wir reagieren, indem wir benutzerfreundlichere und effektivere Wege entwickeln, um eine gute psychische Gesundheit zu fördern.“

Professor Rory O’Connor von der University of Glasgow warnt: „Zunehmende soziale Isolation, Einsamkeit, Gesundheitsangst, Stress und ein wirtschaftlicher Abschwung sind ein perfekter Sturm, um die geistige Gesundheit zu schädigen. Wenn wir nichts unternehmen, riskieren wir eine Zunahme psychischer Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen.“

„Das Ausmaß dieses Problems ist zu ernst, um es zu ignorieren. Wir fordern Fördereinrichtungen, Forschungsinstitute und die Politik auf, jetzt zu handeln.“

Ergebnisse der Ipsos-Mori- und MQ-Umfragen zur psychischen Gesundheit im Lockdown

Angst und Isolation dominierten die Bedenken in den frühen Lockdown-Tagen. Die Umfragen offenbaren Ängste vor Finanzen, Wohnen und Isolation.

Wörter wie „Angst“ tauchten in über 750 von 2.198 MQ-Einsendungen auf; bei Ipsos Mori betrafen mehr als die Hälfte der 1.099 Antworten Angststörungen.

Praktische Sorgen wie Jobverlust, Versorgung und Unsicherheit über Infektionen schürten die Furcht. Medienkonsum verstärkte dies um 2 Prozent.

Einsamkeit machte ein Drittel der Distanzierungsbedenken aus (13 % der Beiträge). Dennoch sahen viele Chancen für Hobbys: 24 % nannten Unterhaltung, 12 % Hausarbeiten.