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Warum steigen nicht-COVID-bedingte Todesfälle? Experten analysieren Lockdown-Folgen

Die Corona-Todesfälle nehmen weiter zu, doch warum sterben mehr Menschen ohne COVID-19-Bezug – möglicherweise durch Lockdown-Effekte?

Psychische Belastungen, Furcht vor Infektionen und der Wunsch, das Gesundheitssystem zu entlasten, halten Betroffene oft von dringender Hilfe ab.

Steigt die Suizidrate durch den Lockdown?

Tom Dening, Professor für Demenzforschung an der University of Nottingham, betont: „Bisher gibt es keine Daten zu einer Suizidwelle.“

„Dennoch könnte eine Zunahme von Suiziden und Selbstverletzungen folgen, je länger der Lockdown anhält.“

Dr. Dean Burnett, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Cardiff University School of Psychology, warnt: Die ständige Berichterstattung über reale Risiken treibt Menschen an ihre Grenzen.

„Angst vor tatsächlichen Gefahren kann eine Rückkopplungsschleife erzeugen, die Situationen unerträglich macht – bis hin zu Suizidgedanken.“

Gehen Menschen noch ins Krankenhaus?

Prof. Dening nennt Gründe für steigende Gemeindetodesfälle außerhalb von COVID-19: Viele scheuen Arztbesuche, Krankenwagen oder Notaufnahmen.

„Schwere Erkrankungen werden so zu spät erkannt und behandelt.“ Kinderärzte melden weniger übliche Notfälle bei Kindern.

Linda Bauld, Professorin für Public Health an der University of Edinburgh, ergänzt: Viele verzichten auf Termine oder begnügen sich mit Telefonaten – mit fatalen Folgen.

Warum steigen nicht-COVID-bedingte Todesfälle? Experten analysieren Lockdown-Folgen

Was passiert mit chronisch Kranken?

Prof. Dening: Patienten mit Krebs, Nierenversagen oder instabilem Diabetes erhalten oft keine regelmäßige Behandlung. Telemedizin reicht hier nicht aus.

Verzögerungen bei Spezialisten-Terminen oder abgesagte Klinikbesuche verschärfen Risiken.

Prof. Bauld: Notwendige Eingriffe mussten verschoben werden – mit unbeabsichtigten Konsequenzen.

Warum steigen nicht-COVID-bedingte Todesfälle? Experten analysieren Lockdown-Folgen

Schadet der Lockdown-Lebensstil der Gesundheit?

Prof. Dening: Isolation fördert Alkohol, Rauchen und ungesunde Ernährung – plus Haushaltsunfälle.

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Die offiziellen Zahlen im Detail

In der Woche bis 3. April starben in England und Wales 16.387 Menschen; 3.475 (ca. 20 %) mit COVID-19-Erwähnung (ONS).

Doch 6.082 Todesfälle über dem Fünf-Jahres-Durchschnitt werfen Fragen auf.

Warum steigen nicht-COVID-bedingte Todesfälle? Experten analysieren Lockdown-Folgen

Prof. Maureen Baker, Ex-Vorsitzende des Royal College of General Practitioners: Pandemien erhöhen historisch die Gesamtmortalität.

„Nicht-COVID-Patienten greifen seltener auf Kliniken zu – aus Angst oder Zugangsbarrieren. Notfallsymptome wie Brustschmerzen werden ignoriert.“