Die britische Regierung steht unter enormem Druck, eine klare Strategie zur Aufhebung der Corona-Lockdown-Maßnahmen mitzuteilen. Dieser Prozess wird voraussichtlich Zeit in Anspruch nehmen und in mehreren Phasen ablaufen.
Wie könnte die schrittweise Rückkehr zur Normalität aussehen, und welche langfristigen Folgen hat die soziale Distanzierung? Als Experten für öffentliche Gesundheit analysieren wir die aktuellen Entwicklungen basierend auf wissenschaftlichen Daten und Stellungnahmen führender Wissenschaftler.
Die Ausstiegsstrategie des Vereinigten Königreichs
Noch wurde keine detaillierte Strategie veröffentlicht, doch Experten beraten die Regierung diese Woche intensiv über mögliche Szenarien. Die Aufhebung hängt von einer deutlichen Verlangsamung der COVID-19-Infektionen ab – der sogenannten "Abflachung der Kurve". Jüngste Daten deuten darauf hin, dass wir uns diesem Ziel nähern.
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Was umfasst die geplante Aufhebung der Maßnahmen?
Linda Bauld, Professorin für öffentliche Gesundheit an der University of Edinburgh, fordert bessere Kommunikation mit der Öffentlichkeit. Die Unterstützung für die Maßnahmen ist hoch, "wird aber nicht ewig anhalten", warnt sie. Gegenüber der PA News Agency betonte sie: Die Lockerungen müssen schrittweise erfolgen. "Die Wiedereröffnung von Bildungseinrichtungen hat für die Regierung höchste Priorität."
Eine Option: Dem dänischen Modell folgen und Grundschulen phasenweise öffnen – etwa mit geteilten Klassen (vormittags/halbtag) und strikten Regeln, die Eltern und Großeltern vom Schulgelände fernhalten.
"Zweitens könnten nicht-essentielle Geschäfte wieder öffnen."

Wie öffnen Geschäfte sicher wieder?
Prof. Bauld skizziert Modelle wie in Italien (schrittweise für Hersteller) oder Österreich (ausgewählte Non-Food-Shops wie Baumärkte und Gartencenter). "Ein sensibles Thema bleibt die Priorisierung vulnerabler Gruppen: Die abgeschirmten Personen sollten länger isolieren."
Sorgfältige Planung ist entscheidend, um Risiken zu minimieren.
Kehrt das Virus nach Lockerung zurück?
Das Virus bleibt präsent. Eine abrupte Normalisierung würde eine zweite Welle auslösen und neue Lockdowns erzwingen. Stattdessen: Gezielte, überwachbare Lockerungen mit ständiger Monitoring der Infektionsraten, um den NHS zu schützen. Kontrollen könnten bei Bedarf reaktiviert werden.
Die Rolle des Testings
Mehr Tests sind essenziell. Aktuell fehlen Daten zu Infektionsausmaß und Immunität. Hoffnungsvoll: Zuverlässige Antikörpertests für den Masseneinsatz. Sobald Infektionen niedrig sind, Kontakt-Tracing wieder aufnehmen, um Ausbrüche zu kontrollieren.
Wann kommt der Impfstoff?
Weltweit einig: Ein Impfstoff ist die ultimative Lösung, aber Experten rechnen mit mindestens 12 Monaten bis zur Verfügbarkeit.
Internationale Beispiele
In Wuhan endete der Lockdown nach 76 Tagen. Italien erlaubt Öffnungen von Buchläden, Schreibwaren- und Babybedarfsgeschäften unter Supermarkt-Standards. Manche Regionen zögern jedoch. Spanien lässt Fertigung, Bau und Dienste mit strengen Regeln arbeiten – der Rest bleibt zu Hause.