Ein Impfstoff gegen das Coronavirus, der weltweit 12 Monate oder zwei Jahre Schutz bietet, wäre ein massiver Durchbruch, betonen Experten der renommierten Forschungsorganisation Wellcome Trust.
Dr. Jeremy Farrar, Direktor der Wellcome Trust, erklärte: „Ein solcher Impfstoff würde der Welt kritische Zeit verschaffen.“
Dr. Charlie Weller, Leiterin der Impfstoffabteilung, beschrieb die zwei entscheidenden Phasen der Entwicklung: Zuerst muss ein Kandidat klinische Studien bestehen und Sicherheit sowie Wirksamkeit nachweisen. Danach geht es um die Skalierung für den globalen Einsatz.
„Gegen Ende dieses Jahres – wenn alles nach Plan läuft – wissen wir, ob wir einen geeigneten Kandidaten haben, der zum nächsten Schritt übergehen kann“, sagte sie.
Dr. Farrar ergänzte: „Wir sind seit 120 Tagen mit einer neuartigen Infektion konfrontiert, einem RNA-Virus, das sich verändert. Die berichteten Mutationen sind jedoch nicht so dramatisch, wie manche Medien suggerieren. Wir beobachten keine wesentlichen Veränderungen in den Proteinen, die für Impfstoffe oder Immunantworten entscheidend sind.“
„Ob es wie bei der Grippe wird, mit Impfungen alle paar Jahre, ist unklar. Aber ein Schutz von 12 Monaten oder zwei Jahren für die Mehrheit der Weltbevölkerung wäre eine enorme Errungenschaft – ein gewaltiger Erfolg.“

„Wir hoffen, dass erste Impfstoffgenerationen das erreichen. Das würde uns entscheidende Zeit geben und die Welt besser schützen als heute“, fügte Dr. Farrar hinzu.
In einer Telefonkonferenz betonte Dr. Weller, dass ein COVID-19-Impfstoffkandidat bis Jahresende verfügbar sein könnte – als Ergebnis internationaler Zusammenarbeit.
Die Massenproduktion erfordert jedoch dedizierte Anlagen: „Bestehende Einrichtungen für Routineimpfungen dürfen nicht umfunktioniert werden, um Lücken bei Masern und Co. zu vermeiden.“
Wellcome Trust schätzt den Bedarf für das globale Impfprogramm auf mindestens 6,4 Milliarden Pfund.
Dr. Farrar unterstrich die Dringlichkeit, die Virusursprünge zu klären: „Es handelt sich um eine endemische menschliche Infektion, die noch viele Jahre – wenn nicht dauerhaft – zirkulieren wird.“
„Die meisten neuartigen Infektionen der letzten 50 Jahre stammen aus dem Tierreich. Wir müssen die Mensch-Tier-Schnittstelle verstehen: nasse Märkte, veränderte Ökologie, Klimawandel, Urbanisierung – all diese Faktoren fördern den Sprung von Tieren auf Menschen.“

„Das Begreifen biologischer und sozialer Treiber ist essenziell, um zukünftige Pandemien logisch zu verhindern“, schloss Dr. Farrar.