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Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

500 v. Chr. – Der antike griechische Dichter Simonides von Keos entwickelte die Loci-Methode, eine bewährte Gedächtnistechnik. Weltmeister des Gedächtnissports nutzen sie heute, um die Pi-Zahl bis zu 70.000 Stellen zu merken.

300 v. Chr. – Die Philosophen Platon und Aristoteles formulierten die ersten Theorien zum Gedächtnis und verglichen es mit Radierungen auf einer Wachstafel.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

Hermann Ebbinghaus (1850–1909) erfand sinnlose Silben, um Gedächtnis und Vergessen systematisch zu untersuchen. Seine Arbeiten legten die Grundlage für die Unterscheidung von sensorischem, Kurzzeit- und Langzeitgedächtnis.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

Donald Hebb (1904–1985) postulierte, dass gleichzeitig aktive Gehirnzellen stärkere Verbindungen bilden – ein Prinzip, das die Bildung von Langzeiterinnerungen erklärt.

1906 – Santiago Ramón y Cajal und Camillo Golgi erhielten den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin für Färbetechniken, die erstmals einzelne Neuronen klar sichtbar machten.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

Wilder Penfield (1891–1976) stimulierte während Operationen das wache Gehirn mit elektrischen Strömen und rief so gezielt Erinnerungen im Cortex hervor.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

Henry Molaison (1926–2008) – Nach der Entfernung beider Hippocampi zur Behandlung von Epilepsie litt er unter schwerer Amnesie. Als H.M. wurde er zu einem Schlüsselfall der Neurowissenschaften und klärte die Rolle des Hippocampus bei der Gedächtnisspeicherung.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

1990er Jahre – Elizabeth Loftus und Team zeigten die Manipulierbarkeit des Gedächtnisses: Falsche Erinnerungen können implantiert werden.

Geschichte des Gedächtnisses: Eine Zeitachse der Meilensteine der Forschung

2002 – Neurowissenschaftlerin Eleanor Maguire scannte Gedächtnismeister und fand keine anatomischen Unterschiede. Ihr Erfolg beruht auf der Loci-Methode.

2017 – Mit Optogenetik entdeckten Forscher, dass Langzeit- und Kurzzeitgedächtnisse simultan entstehen – ein Umsturz langjähriger Theorien.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 314 von BBC Focus Magazin.