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COVID-19: Bluthochdruck verdoppelt das Sterberisiko – Erkenntnisse aus Studie mit 3000 Patienten

Laut einer Studie aus Wuhan ist das Sterberisiko bei COVID-19-Patienten mit Bluthochdruck doppelt so hoch wie bei Personen ohne diese Vorerkrankung. Besonders betroffen sind Patienten, die keine blutdrucksenkenden Medikamente einnehmen, wie die Wissenschaftler warnen.

Das Risiko variierte je nach Art der antihypertensiven Therapie. Die Forscher betonen jedoch: Diese Ergebnisse sollten mit Vorsicht interpretiert werden. Patienten dürfen ihre blutdrucksenkende Behandlung nicht eigenmächtig absetzen oder ändern – nur auf ärztlichen Rat hin.

Die Ergebnisse, veröffentlicht im renommierten European Heart Journal, basieren auf Daten von knapp 3000 Krankenhauspatienten in Wuhan, China.

Professor Fei Li vom Xijing-Krankenhaus in China, einer der Studienleiter, erklärt: „Patienten mit Bluthochdruck müssen wissen, dass sie ein erhöhtes Risiko haben, an COVID-19 zu versterben. Sie sollten sich in der Pandemie besonders schonen und bei Infektion besondere Aufmerksamkeit walten lassen.“

Ein internationales Forscherteam, darunter Experten der National University of Ireland Galway, analysierte Daten von 2866 Patienten, die zwischen dem 5. und 15. Februar mit COVID-19 hospitalisiert wurden. Davon hatten 850 (29,5 %) eine Vorgeschichte mit Bluthochdruck.

34 von 850 Betroffenen (4 %) mit Bluthochdruck verstarben, im Vergleich zu 22 von 2027 (1,1 %) ohne diese Erkrankung.

Nach Anpassung für Alter, Geschlecht und Komorbiditäten bestätigten die Experten: Bluthochdruck mehr als verdoppelt das Sterberisiko bei COVID-19.

Bei unbehandelten Patienten starben 11 von 140 (7,9 %), während es bei Medikamenteneinnahme 23 von 710 (3,2 %) waren.

Zusätzlich pooleden die Forscher Daten aus drei weiteren Studien mit fast 2300 Patienten, um RAAS-Hemmer (wie ACE-Hemmer und ARBs) zu bewerten – gängige Blutdrucksenker.

Überraschend: Das Sterberisiko war bei RAAS-Hemmern niedriger als bei Alternativen wie Betablockern, Kalziumkanalblockern oder Diuretika.

Prof. Li: „Entgegen unserer Hypothese erhöhen RAAS-Hemmer das Risiko nicht, sondern wirken möglicherweise schützend. Patienten sollten ihre Therapie also fortsetzen, es sei denn, der Arzt rät anders.“

Nächster Schritt: An der National University of Ireland Galway startet eine randomisierte klinische Studie zu Blutdruckmedikamenten bei COVID-19-Patienten.