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Studie des IFS: Lockdown verschlechtert psychische Gesundheit massiv – Frauen und Jugendliche besonders betroffen

Die Coronavirus-Pandemie hat die psychische Gesundheit erheblich verschlechtert – Frauen und junge Menschen sind am stärksten betroffen, zeigt eine umfassende Studie des Institute of Fiscal Studies (IFS).

Der Anteil der Personen ab 16 Jahren, die von mindestens einem psychischen Gesundheitsproblem viel mehr als üblich berichten, hat sich mehr als verdoppelt. Im April 2020 gaben 24 Prozent der Befragten dies an – im Vergleich zu einer von zehn Personen basierend auf vorherigen Trends ohne Pandemie.

Die Krise hat bestehende Ungleichheiten verschärft: Die mit der schlechtesten psychischen Ausgangslage erlitten den größten Rückgang.

Das IFS evaluierte Daten von 11.980 Personen ab 16 Jahren aus der Langzeitstudie „Understanding Society“ der University of Essex. Die Teilnehmer wurden über Jahre hinweg befragt, zuletzt Ende April auf dem Höhepunkt des Ausbruchs in Großbritannien.

Basierend auf etablierten Trends prognostizierten die Forscher erwartete Veränderungen – die Realität übertraf diese bei weitem. Insgesamt könnten zusätzliche 7,2 Millionen Menschen (14 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren) viel mehr als gewöhnlich unter psychischen Problemen leiden.

Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Frauen im Alter von 16 bis 24 Jahren berichteten von schweren Problemen, gegenüber geschätzten 18 Prozent ohne Ausbruch.

Studie des IFS: Lockdown verschlechtert psychische Gesundheit massiv – Frauen und Jugendliche besonders betroffen

Diese erhebliche Verschlechterung resultiert aus mehr gemeldeten Problemen und intensiveren Symptomen, nicht aus einer bloßen Verschlimmerung bestehender Fälle, erklärt das IFS.

Die durchschnittliche Punktzahl im allgemeinen Gesundheitsfragebogen (höhere Werte = schlechtere psychische Gesundheit) stieg um 8,1 Prozent über die prognostizierte Norm hinaus. Dieses Ausmaß ist beispiellos in den letzten Jahren – fast doppelt so stark wie der Rückgang zwischen 2014-15 und 2017-18.

Zukünftige monatliche Datenerhebungen helfen, die Dauer der Effekte und Erholungsdynamiken verschiedener Gruppen zu bewerten, sobald Lockdown-Maßnahmen enden.

Xiaowei Xu, Senior Research Economist beim IFS und Autor der Studie: „Diese psychischen Auswirkungen müssen bei der Abwägung wirtschaftlicher und gesundheitlicher Politik berücksichtigt werden. Es ist entscheidend, Veränderungen zu überwachen und Betroffene angemessen zu unterstützen.“

Die Studie wurde vom Economic and Social Research Council gefördert.


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