Laut einer neuen Studie der University of Edinburgh weisen Menschen südasiatischer Herkunft im Vereinigten Königreich das höchste Sterberisiko an COVID-19 auf, nachdem sie hospitalisiert wurden.
Die Analyse von Daten aus 30.693 Patienten in 260 Krankenhäusern ergab für Südasiate ein um 19 Prozent erhöhtes Todesrisiko im Vergleich zu Weißen.
Experten der Studie betonen, dass 40 Prozent der Südasiate in der Kohorte an Diabetes litten – ein signifikanter Faktor für das erhöhte Risiko.
Die Daten stammen aus dem Zeitraum vom 6. Februar bis 8. Mai in Krankenhäusern in England, Schottland und Wales; Patienten wurden bis zum 22. Mai nachverfolgt.
Die noch nicht peer-reviewed Studie umfasste 1.388 Südasiate (5 Prozent), 266 Ostasiate (1 Prozent), 1.094 Schwarze (4 Prozent), 2.398 Angehörige anderer ethnischer Minderheiten (8 Prozent) und 25.547 Weiße (83 Prozent).
Ethnische Minderheiten waren jünger, litten häufiger an Diabetes (Typ 1 und 2), hatten aber seltener Komorbiditäten wie Herzkrankheiten oder Demenz als Weiße. Die Schwere der Erkrankung bei Aufnahme unterschied sich nicht zwischen den Gruppen.
Südasiate hatten eine 28-prozentig höhere Wahrscheinlichkeit für eine Intensivtherapie, Schwarze sogar 36 Prozent – unabhängig von Alter, Geschlecht, Aufnahmeort und sozioökonomischen Faktoren.
Insgesamt starben Südasiate 19 Prozent häufiger, Schwarze 5 Prozent häufiger an COVID-19 als Weiße; andere Minderheiten zeigten kein erhöhtes Risiko.
Die Forscher schlussfolgern: „Ethnische Minderheiten mit COVID-19 wurden trotz ähnlicher Erkrankungsschwere, kürzerer Symptomen und jüngeren Alters mit höherer Wahrscheinlichkeit intubiert und beatmet.“
„Südasiate tragen ein höheres Sterberisiko, teilweise durch höhere Diabetes-Prävalenz.“
Leitender Autor Prof. Dr. Ewen Harrison, Chirurg und Datenwissenschaftler an der University of Edinburgh, erklärte bei BBC Radio 4: „Südasiate präsentieren sich im Krankenhaus anders als andere Gruppen, insbesondere Weiße.“
„Sie sind im Schnitt 12 Jahre jünger, haben seltener Vorerkrankungen wie Lungenleiden, Demenz oder Adipositas, aber deutlich häufiger Diabetes. 40 Prozent der hospitalisierten Südasiate mit COVID-19 sind betroffen – das trägt wesentlich zu ihrem Risiko bei.“