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Warum die COVID-19-Pandemie Verschwörungstheorien begünstigt: Psychologische Erklärungen

Das menschliche Gehirn ist darauf programmiert, Muster zu erkennen. Es verbindet scheinbar unzusammenhängende Elemente, um aus dem Chaos der Welt Ordnung zu schaffen – wie bei einem Rorschach-Test, wo wir Figuren in Tintenklecksen sehen.

Psychologisch helfen uns Muster, die Welt der ständigen Reize zu bewältigen. Bei Unsicherheit fühlen wir uns bedroht und suchen verzweifelt nach Erklärungen, um diese kognitive Dissonanz zu lindern.

Willkommen in der COVID-19-Ära: Niemand kennt die volle Wahrheit. Experten weltweit forschen intensiv, doch widersprüchliche Informationen überschwemmen uns täglich.

In solchen Momenten tobt ein innerer Kampf. Der präfrontale Kortex analysiert rational mögliche Szenarien, während die Amygdala – unser Kampf-oder-Flucht-Zentrum – nach schnellen, gefühlten Lösungen greift.

Genau diese simplen Antworten sollten wir meiden. Dr. Charles Morgan, Professor für nationale Sicherheit an der University of New Haven in Connecticut, erforscht seit über 40 Jahren extreme Unsicherheit. Er trainiert Elite-Soldaten der US Special Forces in hochstressigen Szenarien.

Warum die COVID-19-Pandemie Verschwörungstheorien begünstigt: Psychologische Erklärungen

Andy Morgan, wie Kollegen ihn nennen, ist Experte für Gehirnchemie unter Stress. In einer 2013er Studie mit Yale, US Navy und University of California zeigte er: Hoher Stress fördert falsche Erinnerungen und Fehlinformationen, da kritisches Denken aussetzt.

Die Amygdala übernimmt, um Lücken in unserer Weltsicht zu füllen. Verschwörungstheorien wirken wie eine willkommene Erklärung: Eine böse Macht lenkt alles – das schafft Kontrolle und Schuldige in einer chaotischen Welt.

Wie bezähmen wir die Amygdala? Aktivieren Sie den rationalen präfrontalen Kortex durch Routinen und Selbstfürsorge. Nutzen Sie die Pandemie, um Ihre Illusion der Kontrolle zu hinterfragen und resilienter zu werden.