In einer klinischen Studie mit einem inhalierten Medikament zeigten hospitalisierte COVID-19-Patienten, die SNG001 erhielten, ein um 79 % geringeres Risiko, einen schweren Krankheitsverlauf zu entwickeln.
Laut vorläufigen Ergebnissen erholten sich Patienten mit SNG001 mehr als doppelt so häufig von COVID-19 wie die Placebogruppe.
Das Medikament wurde vom Pharmaunternehmen Synairgen entwickelt.
Frühere Studien bei Asthmapatienten bestätigten die gute Verträglichkeit von SNG001: Es stärkt die antivirale Lungenabwehr und verbessert die Lungenfunktion bei Erkältungen oder Grippe.
Die Studie war doppelblind und placebokontrolliert – weder die 101 Patienten noch die Forscher wussten, wer das echte Medikament oder Placebo erhielt.
Bei SNG001-Patienten sank die Wahrscheinlichkeit für Beatmung oder Tod während der bis zu 16-tägigen Behandlung um 79 % im Vergleich zur Placebogruppe.
Die Atemnot bei SNG001-Patienten war während der Behandlung deutlich geringer.

Drei Placebopatienten (6 %) verstarben, während es in der SNG001-Gruppe keine Todesfälle gab, so Synairgen.
Bei Patienten mit schwererer Erkrankung zum Studienbeginn stieg die Entlassungsrate durch SNG001, allerdings war der Unterschied statistisch nicht signifikant.
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Professor Tom Wilkinson, Atemwegsmedizin-Professor an der University of Southampton und Studienleiter, äußerte sich erfreut: „Die Ergebnisse bestätigen unsere Überzeugung, dass Interferon beta – ein zugelassenes Injektionsmedikament – als Inhalationsform das Lungenimmunsystem stärkt, den Schutz verbessert, die Genesung beschleunigt und SARS-CoV-2 bekämpft.“
Professor Stephen Holgate, MRC-Klinischer Professor für Immunpharmakologie an der University of Southampton und Synairgen-Mitgründer, ergänzt: „SNG001 stellt die Fähigkeit der Lunge wieder her, Viren wie SARS-CoV-2, Mutationen oder Koinfektionen mit Influenza oder RSV zu neutralisieren – auch bei einem möglichen COVID-19-Winteranstieg.“