1940er Jahre
Der französische Biologe Jean Rostand erforscht die Auswirkungen extrem niedriger Temperaturen auf Materialien und Lebewesen – eine Grundlage der modernen Kryotechnik.
1962
Inspiriert von Rostands Arbeiten und Science-Fiction veröffentlicht der Physiklehrer und Kriegsveteran Robert Ettinger The Prospect of Immortality. Darin schlägt er vor, dass Menschen in der Zukunft eingefroren und wiederbelebt werden könnten.
1965
In den USA entstehen zahlreiche Gruppen und Firmen zur Lebensverlängerung. Der Begriff „Kryonik“ wird für die von Ettinger initiierte Bewegung geprägt.
1967
Prof. James Bedford wird als erster Mensch kryokonserviert. Bei einer Untersuchung 1991 zeigt sich: Der Körper ist unversehrt, aber beschädigt – mit verfärbter Haut und gefrorenem Blut, das aus Mund und Nase austritt.

1979
Neun angeblich kryokonservierte Patienten werden in der „Chatsworth-Krypta“ in Los Angeles in zerfallendem Zustand entdeckt.
In den 1960er- und 1970er-Jahren kämpfen Kryonik-Pioniere um stabile Lagerbedingungen. Bedford bleibt der einzige Überlebende aus dieser Zeit.
1980er Jahre
Kryonik-Firmen frieren nun Köpfe ein („Neuros“), nicht ganze Körper – mit der Hoffnung auf zukünftige Transplantationen, maschinelle Unterstützung oder Upload ins Digitale.

1999
Das erste Baby wird aus kryokonservierten Eiern geboren.

2002/2003
Erste vollständige Organvitrifikation: Eine Niere wird glasartig eingefroren, aufgetaut und erfolgreich in ein Kaninchen transplantiert, wo sie normal funktioniert.
2015
Experimente belegen: Mikroskopisch kleine Würmer überleben Kryokonservierung und behalten Erinnerungen an Ereignisse vor dem Einfrieren.

2016
Das Timeship-Projekt unter Stephen Valentine plant eine High-Tech-Einrichtung in Texas für Tausende Patienten. Weltweit sind schätzungsweise 250 Menschen kryokonserviert.