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Botox-Injektionen als unerwarteter Helfer gegen Depressionen: Erkenntnisse aus UC San Diego-Studie

Forscher der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences an der University of California in San Diego haben herausgefunden, dass Botox, ein aus bakteriellen Toxinen gewonnenes Medikament, das vor allem zur Faltenreduktion eingesetzt wird, auch Depressionssymptome lindern kann.

Das Team analysierte die Datenbank des US Adverse Effect Reporting System der Food and Drug Administration. Unter mehr als 13 Millionen freiwilligen Meldungen erhielten 40.000 Personen Botox-Behandlungen für Erkrankungen wie kosmetische Eingriffe, Migräne, Muskelkrämpfe oder Inkontinenz.

Die Ergebnisse zeigten: Botox-Patienten berichteten deutlich seltener über Depressionen als Vergleichspatienten mit anderen Therapien.

Der Fokus lag auf Injektionen in Stirn, Hals, Gliedmaßen und Blase. Mithilfe eines mathematischen Algorithmus wurden statistisch signifikante Unterschiede ermittelt.

Depressionen traten bei Botox-Behandelten 40 bis 80 Prozent seltener auf.

Botox-Injektionen als unerwarteter Helfer gegen Depressionen: Erkenntnisse aus UC San Diego-Studie

"Seit Jahren berichten Kliniker, dass Botox aus kosmetischen Gründen injiziert Depressionssymptome bei Patienten mildert", erklärt Prof. Ruben Abagyan, Leiter der Studie.

"Man nahm an, dass die Glättung der Zornesfalten eine negative Emotionsschleife unterbricht. Unsere Daten deuten jedoch auf einen komplexeren Mechanismus hin, unabhängig von der Injektionsstelle."

Weitere Studien sind nötig, um den Wirkmechanismus zu klären. Botox könnte ins zentrale Nervensystem gelangen und Stimmungsregionen beeinflussen oder zugrunde liegende Erkrankungen lindern, die Depressionen begünstigen. Es wird bereits bei vielen chronischen Beschwerden eingesetzt.

Aktuelle Depressionsbehandlungen wie Psychotherapie oder SSRI helfen nur bei zwei Dritteln der Patienten. Neue Optionen wie Botox verdienen daher intensive Erforschung, betont das Team.