Die klinischen Studien zum Corona-Impfstoff von AstraZeneca und der University of Oxford werden nach einer vorübergehenden Pause wiederaufgenommen. Grund war eine gemeldete Nebenwirkung bei einem Probanden im Vereinigten Königreich.
AstraZeneca teilte am Dienstagabend mit, dass die Phase-3-Studien unterbrochen wurden, um eine mögliche Verbindung zur Nebenwirkung zu prüfen. Die University of Oxford bestätigte am Samstag die Fortsetzung an allen UK-Standorten.
Gesundheitsminister Matt Hancock begrüßte den Neustart: „Gute Nachrichten für alle – die Oxford-Impfstoffstudien laufen wieder. Diese Pause unterstreicht, dass Sicherheit Priorität hat. Wir unterstützen unsere Wissenschaftler, um schnell einen wirksamen Impfstoff zu liefern.“
Regierungsberater Sir Patrick Vallance betonte auf einer Pressekonferenz, solche Pausen seien in großen Studien üblich und ähnliche Vorfälle bei anderen Kandidaten zu erwarten.
Stat News berichtete zuerst über die Unterbrechung: Die Nebenwirkung trat bei einem britischen Freiwilligen auf, der sich erholt hat.
Der Impfstoff wird derzeit an Tausenden in Großbritannien, den USA sowie kleineren Gruppen in Brasilien und Südamerika getestet.

Die University of Oxford erklärte: „Die randomisierten kontrollierten Studien zum ChAdOx1 nCoV-19-Impfstoff werden an allen UK-Studienstandorten fortgesetzt. Weltweit haben rund 18.000 Teilnehmer den Impfstoff erhalten. In großen Studien sind Unwohlsein-Fälle normal; jeder wird sorgfältig geprüft, um die Sicherheit zu gewährleisten.“
„Am 6. September löste unser Standardprozess eine globale Impfpause aus, um unabhängige Experten und die MHRA prüfen zu lassen. Alle Nachsorge-Termine liefen weiter. Nach Abschluss der Überprüfung empfehlen das Komitee und die MHRA die Wiederaufnahme.“
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Details zur Nebenwirkung blieben vertraulich, doch die New York Times berichtete von transversaler Myelitis, einer seltenen Entzündung des Rückenmarks, oft virusbedingt.
Vorübergehende Pausen sind in medizinischen Großstudien Standard, um unerwartete Reaktionen zu untersuchen.
In den USA laufen Endphasen-Tests mit Impfstoffen von Moderna sowie Pfizer/BioNTech. Oxford warnt jedoch: Ein zugelassener Impfstoff könnte bis 2022 dauern.