Fast 40.000 Menschen weltweit nahmen an der Studie 'The Touch Test' teil, um globale Einstellungen zu Berührungen zu beleuchten. Die Ergebnisse offenbaren nuancierte Präferenzen, stark beeinflusst durch Alter und Persönlichkeit.
Inmitten der Corona-Pandemie wirkt jede Berührung durch Fremde bedrohlich. Selbstisoliert fehlt vielen der körperliche Kontakt, während Pflegekräfte Patientenpulse nur durch Schutzkleidung spüren.
Doch für viele ist das Berührungsdefizit kein neues Phänomen. Die Studie vom 21. Januar bis 30. März 2020 ergab: Mehr als die Hälfte der Teilnehmer empfanden im Alltag 'zu wenig Berührung'. Nur drei gaben an, zu viel Kontakt zu haben.
Fast ein Drittel bewertete Berührungen negativ. Forscher der Psychologie-Abteilung an der Goldsmiths University of London fanden: Wer Berührungen ablehnt, hat oft Schwierigkeiten, Vertrauensbeziehungen aufzubauen.
"Unsere Vorlieben zu Berührungen sind nuanciert und individuell verschieden", erklärt Psychologin Claudia Hammond, die die Ergebnisse im Oktober auf BBC Radio 4 vorstellte.
"Die Hälfte der Studienteilnehmer meint, die Gesellschaft bietet selbst vor der Pandemie zu wenig Chancen für Berührungen. Doch nicht jeder wünscht mehr – persönliche Präferenzen zählen am meisten."

Bei sozialer Distanzierung zeigt die Studie: 63 Prozent mochten vor der Pandemie keine Berührungen durch Fremde – vor allem Jüngere weniger als Ältere.
In Beziehungen lieben 88 Prozent öffentliche Zuneigungsbekundungen. Zu Hause wirkt eine Umarmung vor dem Einschlafen bei knapp zwei Dritteln positiv auf den Schlaf.
Als größte Studie ihrer Art unterstreicht Hammond: Berührungen sind ein kritisches Gesellschaftsthema, das durch die Pandemie neue Dringlichkeit gewinnt.