Es gibt vier Hauptblutgruppen: A, B, AB und O. Das ABO-System wurde entwickelt, um sichere Bluttransfusionen zu ermöglichen. Wie alle Zellen tragen rote Blutkörperchen Antigene auf ihrer Oberfläche. Diese variieren je nach genetischer Ausstattung. Bei einer Transfusion mit inkompatiblen Antigenen greift das Immunsystem an – mit potenziell lebensbedrohlichen Folgen wie Nierenversagen oder Lungenproblemen.
Der österreichische Arzt und Nobelpreisträger Karl Landsteiner identifizierte 1901 die häufigsten Blutantigene A und B. Er entdeckte zudem den Typ O ohne diese Antigene. 1902 fanden zwei seiner Studenten den Typ AB mit beiden Antigenen.
1937 entdeckten Landsteiner und sein Kollege Alexander Wiener ein weiteres wichtiges Antigen, das sie nach seiner Ähnlichkeit mit einem Rhesusaffen-Antigen als „Rhesusfaktor“ bezeichneten. Mit diesem Antigen (RhD) ist das Blut RhD-positiv, ohne es RhD-negativ.
Seitdem haben Mediziner weitere Klassifikationssysteme entwickelt: Insgesamt existieren heute 36 Systeme mit 346 Antigenen – viele davon extrem selten und ohne große Relevanz für Transfusionen.
Die A- und B-Antigene haben sich vor über 20 Millionen Jahren evolviert. Ihr exakter Zweck ist noch nicht vollständig geklärt, doch sie spielen eine Rolle bei der Blutgerinnung und schützen vor bestimmten Infektionskrankheiten wie Cholera.