Ein unangenehmer Geruch aus der Sporttasche mag abschrecken, doch Ihre Nase könnte der Schlüssel zu mehr Fitness sein. Eine aktuelle Studie der University of California, Riverside, deutet auf einen direkten Zusammenhang zwischen freiwilliger Bewegung und der Genexpression im olfaktorischen System hin – basierend auf Experimenten mit Mäusen.
Mäuse sind in der Forschung ideal: Sie sind klein, pflegeleicht, vermehren sich rasch und teilen viele genetische sowie verhaltensbezogene Merkmale mit uns Menschen.
Sachiko Haga-Yamanaka und ihr Team setzten Mäuse auf Laufräder. „Voluntary Wheel Running (VWR) ist ein intrinsisch motiviertes, natürliches Verhalten bei Mäusen – selbst wilde Tiere nutzen Räder in der Natur“, erklären die Forscher in ihrer Publikation.
Sie beobachteten die Mäuse und selektierten die „High-Runner“, die besonders viel liefen. Diese wurden gezüchtet, ihre Nachkommen erneut getestet und so über Generationen eine genetisch prädisponierte High-Runner-Linie etabliert.
Im Vergleich mit einer unveränderten Kontrollgruppe untersuchten sie Veränderungen durch künstliche Selektion.
Im Fokus: Das Vomeronasal-Organ (VNO) in der Mäusenase und zugehörige Neuronen im Gehirn. Hier fanden sich 132 veränderte Gene bei den High-Runnern.
„Das olfaktorische System differenzierte sich genetisch zwischen High-Runner- und Kontrolllinie“, betont Haga-Yamanaka. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass chemosensorische Rezeptoren die freiwillige Bewegung bei Mäusen steuern. Die High-Runner besaßen einen einzigartigen Geruchssinn.“
Das VNO erkennt Pheromone – chemische Signale, die Tiere abgeben. Diese Erkenntnisse könnten zukünftig sensorische Stimuli für mehr Bewegung liefern.
Noch unklar: Ob Gerüche die Motivation steigern oder die Laufbelohnung im Gehirn verstärken.
„Menschen haben kein VNO, doch Teile des Systems ähneln unserem Riechsystem. Einige Rezeptoren werden im menschlichen Riechorgan exprimiert, und Hirnschaltkreise sind ähnlich“, erklärt Haga-Yamanaka.
Co-Autor Theodore Garland Jr. spekuliert: „Stellen Sie sich vor, wir isolieren diese Chemikalien für Lufterfrischer in Fitnessstudios – sprühen, schnüffeln, squat!“
Weitere Studien sind essenziell. Offen bleibt, wie High-Runner Gerüche anders wahrnehmen – höhere Konzentration oder andere Mechanismen? „Düfte könnten Belohnung oder Motivation beeinflussen – überprüfbare Hypothesen“, sagt Haga-Yamanaka.
„Solche Experimente sind machbar: Befragungen zu Motivation vor, während und nach dem Training mit/ohne Duft. Oder fMRT zur Messung von Belohnungszentren im Gehirn.“
„Bislang fehlen solche Studien“, schließt die Expertin.