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Neue Studie: Psilocybin-Therapie wirkt bei Depressionen so effektiv wie führende Antidepressiva

Psilocybin, der Wirkstoff aus Zauberpilzen, zeigt in einer neuen Studie mindestens dieselbe Wirksamkeit bei der Behandlung von Depressionen wie das gängige Antidepressivum Escitalopram. Diese Forschung stärkt die Evidenz für eine therapeutische Zulassung psychedelischer Substanzen in der Psychiatrie.

Die Experten warnen eindringlich: Betroffene sollten Psilocybin keinesfalls selbst einnehmen. Es fehlen Belege für eine alleinige Anwendung, und alle Untersuchungen fanden in kontrollierten therapeutischen Settings unter Aufsicht qualifizierter Fachkräfte statt.

Vorläufige Studien deuteten bereits auf das Potenzial von Psilocybin hin, insbesondere bei therapieresistenten Depressionen. 2016 berichtete ein Team der NYU Grossman School of Medicine, dass Krebspatienten nach Psilocybin in Kombination mit Psychotherapie rasche, signifikante und langanhaltende Linderung von Angst und Depression erfuhren. Eine Nachverfolgung 2020 ergab, dass 70 % der Patienten nach der Therapie bleibend positive Lebensveränderungen wahrnahmen.

Ein Team des Centre for Psychedelic Research am Imperial College London hat nun Psilocybin direkt mit Escitalopram, einem selektiven Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), verglichen.

In der randomisierten Studie mit 59 Patienten mit mittel- bis schwerer Depression über sechs Wochen erhielten 30 Probanden eine hohe Psilocybin-Dosis plus tägliches Placebo, während 29 Personen täglich Escitalopram und eine minimale, unwirksame Psilocybin-Dosis bekamen.

Beide Gruppen absolvierten zwei geführte Psilocybin-Sitzungen mit kuratierter Musik und Unterstützung durch ein Team aus Psychologen und Psychiatern.

"Der Kontext ist in diesen Studien entscheidend. Alle Teilnehmer erhielten während und nach den Psilocybin-Sitzungen psychotherapeutische Begleitung, um intensive emotionale Erlebnisse zu meistern", erklärt Dr. Rosalind Watts, damalige klinische Leiterin der Studie am Centre for Psychedelic Research.

Depressionssymptome wurden mit einem validierten Score (Schlaf, Stimmung, Appetit, Suizidgedanken) gemessen. Über sechs Wochen zeigten beide Gruppen vergleichbare Verbesserungen – kein statistisch signifikanter Unterschied.

Zusätzlich bewertet: Response-Rate (≥50 % Symptomreduktion): 70 % in der Psilocybin-Gruppe vs. 48 % bei Escitalopram. Remission (Score 0–5/27): 57 % vs. 28 %.

"Zwei Psilocybin-Dosen übertrafen 43 Tagesdosen eines Top-SSRI. Die doppelt so hohen Remissionsraten unterstreichen das Potenzial von Psilocybin", fasst Dr. Robin Carhart-Harris, Studiendesigner und Leiter des Centres, zusammen. "Im Head-to-Head-Vergleich schnitt Psilocybin hervorragend ab."

Die Studie weist Limitationen auf: kleine Stichprobe, kurzer Beobachtungszeitraum, begrenzte Diversität. Dennoch: starker Beleg für weitere Forschung.

"Diese Daten festigen Psilocybin als vielversprechende Alternative zu konventionellen Antidepressiva", betont Professor David Nutt, Hauptinvestigator. "Es wirkte schneller, wurde gut vertragen und zeigte ein anderes Nebenwirkungsprofil. Wir erwarten weitere Trials zur Zulassung."

WARNUNG: Psychedelische Substanzen wie Psilocybin gelten im UK als Klasse-A-Droge. Besitz droht bis zu sieben Jahren Haft, unbegrenzte Geldstrafe oder beides. Hilfe bei Drogenproblemen: bit.ly/drug_support.