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Avatar-Therapie: Digitale Avatare helfen Psychose-Patienten, Frieden mit Halluzinationsstimmen zu schließen

Experten aus renommierten Universitäten wie dem King’s College London sehen in der Avatar-Therapie einen echten Game Changer für Menschen mit Psychose. Diese innovative Methode nutzt digitale Avatare, um Patienten zu helfen, Kontrolle über die Stimmen in ihrem Kopf zu gewinnen und die Belastung zu mindern.

Die laufende Avatar2-Studie baut auf den Erfolgen der Vorstudie Avatar1 auf, die vom King’s College London geleitet und vom South London und Maudsley NHS Trust durchgeführt wurde. Dort führte die Therapie nach nur 12 Wochen zu einem schnellen und signifikanten Rückgang der Stimmfrequenz und der damit verbundenen Störungen – deutlich effektiver als reine Beratung.

Entwickelt von King’s College London, University College London (UCL) und UCL Business, hat die Avatar2-Studie kürzlich ihr erstes vollständiges Quartal in Schottland abgeschlossen. Geleitet wird sie von der University of Glasgow.

Professor Andrew Gumley, Leiter der Psychoseforschungsgruppe an der University of Glasgow, betont: „Unser Team steht an vorderster Front bei der Entwicklung neuer Therapien für Menschen mit belastenden Stimmen.“

Er ergänzt: „Dazu zählen digitale Ansätze, die Genesung, Wohlbefinden und Selbstbestimmung bei Schizophrenie fördern. Die Avatar-Therapie verändert die Beziehung zu akustischen Halluzinationen grundlegend. In Schottland fehlte bislang der Zugang zu solchen Gesprächstherapien.“

„Bei Erfolg könnte diese Studie den Zugang zu psychologischen Therapien für Betroffene revolutionieren.“ Die Studie erweitert sich nun auf Standorte wie die University of Manchester, King’s College London und UCL.

Im Kern der Avatar-Therapie steht der Einsatz digitaler Technologie für einen direkten Dialog zwischen Patient und einem computergenerierten Avatar ihrer Stimme – mit Fokus auf gesteigerte Macht und Kontrolle.

Avatar2 testet zwei Varianten der Therapie, um die wirksamste Form zu ermitteln, sie individuell anzupassen und optimal in Kliniken zu integrieren.

Teilnehmer werden randomisiert einer von drei Gruppen zugeteilt: übliche Behandlung allein, plus sechs oder 12 Avatar-Sitzungen.

Teilnehmerin Jane aus der Avatar1-Studie schwärmt: „Unter allen psychologischen Therapien hat mir die Avatar-Therapie am meisten geholfen.“

„Zuerst war die Konfrontation mit dem Avatar furchteinflößend, besonders in Sitzung eins. Doch bald wuchs mein Selbstvertrauen, und ich konnte leichter antworten.“

„Es war anspruchsvoll, aber ich erhielt hervorragende Unterstützung. Neue Therapien sind für uns riskant, doch diese hat meine Genesung massiv vorangebracht.“