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Synchronisieren sich die Menstruationszyklen von Frauen wirklich? Die Fakten der Wissenschaft

Seit Jahrzehnten kursiert der Mythos, dass sich die Perioden von Frauen synchronisieren, wenn sie viel Zeit zusammen verbringen. Viele Frauen berichten davon und führen es auf Pheromone zurück – chemische Botenstoffe, die das Verhalten beeinflussen.

Der Ursprung der Idee liegt in einer Studie der Forscherin Martha McClintock aus dem Jahr 1971. Sie untersuchte die Zyklen von 135 amerikanischen Studentinnen und stellte fest, dass der Menstruationsbeginn bei Mitbewohnerinnen ähnlicher war als bei zufällig gepaarten Frauen.

Eine gängige evolutionäre Hypothese besagt, dass diese Synchronisation Frauen schützt, von einem dominanten Mann monopolisiert zu werden, indem sie gleichzeitig fruchtbar sind.

In den 1970er-Jahren, als der Feminismus aufkam, wirkte diese Erklärung überzeugend. Doch in den vergangenen über 50 Jahren konnten zahlreiche Folgestudien das Phänomen nicht bestätigen. Kritiker weisen auf methodische Schwächen in McClintocks Originalarbeit hin.

Die Erforschung der Menstruationssynchronisation ist herausfordernd: Zykluslängen variieren stark, und Zufallsüberschneidungen sind statistisch zu erwarten. Es fehlt an Beweisen, dass Pheromone den Zyklus beeinflussen.

Trotzdem hält sich die Theorie. Sie vermittelt ein Gefühl der Verbundenheit, reduziert Stigmatisierung und macht gemeinsame Einkäufe wie Tampons attraktiver.

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