DeuAq.com >> Leben >  >> Wissenschaft

Imperial-College-Studie: COVID-19-Fälle in England verdoppeln sich alle 11 Tage

Laut Experten des Imperial College London, die die Epidemie engmaschig verfolgen, steigen die COVID-19-Fälle in ganz England exponentiell an – vor allem durch Infektionen bei jüngeren, meist ungeimpften Altersgruppen.

Eine vom gouvernement beauftragte Studie offenbart: Zwischen dem 3. Mai und 7. Juni haben sich die Infektionen um 50 Prozent vermehrt, parallel zum Aufstieg der Delta-Variante, die erstmals in Indien entdeckt und nun in Großbritannien dominant ist.

Daten aus rund 110.000 Abstrichtests vom 20. Mai bis 7. Juni belegen: Die Fälle verdoppeln sich alle 11 Tage, mit der höchsten Prävalenz im Nordwesten Englands (1 von 670 Infizierten).

Die Imperial-Experten berichten von einem "schnellen Wechsel" von der Alpha-Variante (Kent, September 2020) zur Delta-Variante, die nun bis zu 90 Prozent der Fälle ausmacht. Dennoch: Die Lage unterscheidet sich grundlegend vom Herbst 2020, als ein ähnliches Wachstum die zweite Welle einleitete.

"Die Prävalenz wächst exponentiell, getrieben vom jüngeren Alter", erklärt Prof. Stephen Riley, Experte für Infektionsdynamik am Imperial und Mitautor der Studie. "Sie verdoppelt sich alle 11 Tage."

"Schlechte Nachrichten – doch entscheidend: Wir befinden uns in einer anderen Phase der Epidemie. Die Dauer des exponentiellen Wachstums ist schwer vorherzusagbar", betont er.

Die REACT-Studie zeigt: Die baldige Impferweiterung ab 18-Jährigen "sollte das Gesamtwachstum spürbar bremsen".

"Trost spendet, dass bei doppelt Geimpften über 65 Jahren der Schutz ausgezeichnet ist", sagt Prof. Paul Elliott, REACT-Direktor und Epidemiologie-Professor am Imperial. "Infektionen konzentrieren sich auf Ungeimpfte unter 65."

"Die Regierung impft bis 19. Juli alle Erwachsenen – das steigert die Bevölkerungsimmunität massiv", ergänzt er.

Imperial-College-Studie: COVID-19-Fälle in England verdoppeln sich alle 11 Tage

Die Studie (noch peer-review-frei) hebt hervor: Kinder (5-12 Jahre) und junge Erwachsene (18-24) verursachen die meisten Infektionen – fünfmal höher als bei über 65-Jährigen.

Die "geschwächte Kopplung" von Infektionen zu Hospitalisierungen bei Älteren hält an, Trends unter 65 konvergieren.

"Diese Rekonvergenz passt zur hohen Wirksamkeit zweier Impfdosen", fasst Riley zusammen.