US-Forscher der Michigan State University haben in einer Pilotstudie mögliche Ursachen für unterschiedliche Angstreaktionen bei Babys identifiziert. Die Ergebnisse könnten wertvolle Hinweise auf die Entwicklung psychischer Erkrankungen liefern. Kurzfassung: Es liegt am Darmmikrobiom.
In der Studie mit 30 Säuglingen testeten die Wissenschaftler die Reaktionen auf einen Fremden mit Halloween-Maske – bei Anwesenheit der Eltern. Anschließend analysierten sie das Darmmikrobiom, die vielfältige Gemeinschaft von Mikroorganismen im Verdauungstrakt.
Babys mit stärkeren Angstreaktionen wiesen häufiger bestimmte Bakterienarten auf. Ein unausgeglichenes Mikrobiom, dominiert von einer einzigen Bakterienart, korrelierte ebenfalls mit intensiveren Reaktionen.
Die Ergebnisse erfordern Bestätigung durch größere Studien, bergen jedoch echten wissenschaftlichen Wert. Frühe Angstreaktionen können die spätere psychische Gesundheit vorhersagen und unterstreichen den Zusammenhang zwischen Darm- und Gehirngesundheit.
Die Forschung könnte zu neuen Ansätzen für die Überwachung und Förderung einer gesunden neurologischen Entwicklung führen.
„Diese frühe Phase bietet enorme Chancen zur Förderung einer gesunden Gehirnentwicklung“, erklärt Leitstudienautorin Rebecca Knickmeyer, deren Arbeit in der Zeitschrift Nature Communications erschien. „Das Mikrobiom ist ein vielversprechendes neues Ziel.“
Inspiriert von Tiermodellen betont Knickmeyer: „Angstreaktionen sind normal in der Kindesentwicklung – Kinder müssen Bedrohungen wahrnehmen. Kann diese Reaktion in Sicherheit jedoch nicht abgeschwächt werden, steigt das Risiko für spätere Angststörungen und Depressionen.“