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Mikroplastik: Schadet es unserer Gesundheit – und wie können wir uns schützen?

Was ist Mikroplastik?

Kunststoff ist ein festes, synthetisches Material aus Öl und Gas oder erneuerbarem organischen Material aus Pflanzen. Nach Beton und Stahl ist es das dritthäufigste Material weltweit und spielt eine zentrale Rolle in Bereichen wie Medizin, Bauwesen, Lebensmittelverpackung, Elektronik und Verkehr – essenziell für unsere moderne Gesellschaft.

Mikroplastik umfasst mikroskopisch kleine Plastikpartikel. Die meisten davon sind nur unter dem Mikroskop sichtbar, obwohl die Definition bis zu Partikeln von einem halben Zentimeter reicht, die mit dem bloßen Auge erkennbar sind.

Woher kommt Mikroplastik?

Mikroplastik entsteht an vielen Stellen. Durch Sonneneinstrahlung zerfallen Kunststoffabfälle allmählich und zersplittern. Auch Verschleiß von Plastikprodukten setzt es frei.

Aufgrund der Vielfalt an Kunststoffen, Anwendungen und Formen tritt Mikroplastik in unterschiedlichsten Varianten auf. Beim Waschen von Kleidung können pro Kilogramm bis zu 1,5 Millionen Mikrofasern – also Mikroplastik – freigesetzt werden. Schon das Öffnen einer Plastikflasche oder -verpackung erzeugt Tausende davon.

Mikroplastik gelangt durch menschliche und natürliche Prozesse in die Umwelt. Fasern aus der Wäsche landen im Abwasser, wo 72 bis 94 Prozent im Klärschlamm während der Behandlung hängen bleiben. Dieser Schlamm dient oft als Dünger auf Feldern.

Winde wirbeln bei Trockenheit Bodenpartikel inklusive Mikroplastik auf. Ähnlich verschmutzt es Straßen, Städte und Meeresoberflächen. Die komplexen Quellen und Wanderwege machen die Erforschung für Wissenschaftler und Umweltfachleute zu einer großen Herausforderung.

Wie verbreitet ist Mikroplastik?

In den letzten Jahrzehnten häufen sich die Belege für die massive Verschmutzung. Zunächst als Meeresproblem bekannt – mit 15 bis 51 Billionen Partikeln auf der Oberfläche –, wurde es nun auch in Flüssen, Böden und Luft nachgewiesen.

Es erreicht sogar entlegene Orte wie Pole, Äquator, Tiefsee und Mount Everest.

Nehmen Menschen Mikroplastik auf – und wie viel?

Ja, bestätigt durch Funde im menschlichen Stuhl. Es steckt in Lebensmitteln und Getränken wie Flaschen- und Leitungswasser, Schalentieren und Salz. Auch Innenraumstaub setzt sich auf Essen ab.

Schätzungen zur Jahresaufnahme reichen von 52.000 bis Milliarden Partikeln. Viele gängige Nahrungsmittel wie Getreide wurden jedoch noch nicht untersucht, weshalb genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind.

Sind Mikroplastik schädlich?

Derzeit fehlen ausreichende Beweise, da das Thema jung ist und die Forschung intensiviert wird. Es ist plausibel, dass sie schaden, ähnlich wie andere Partikel – doch Unterschiede schaffen Unsicherheit.

Experimente zeigen, dass hohe Dosen Polystyrolkügelchen die Fortpflanzung von Ratten und Mäusen beeinträchtigen, aber Ursachen und Relevanz für reale Exposition sind unklar. Kleinste Partikel bergen wohl das höchste Risiko, ihre Quellen bleiben jedoch schwer greifbar.

Was können wir tun, um die Belastung zu reduzieren?

Solange die Debatte läuft, lohnt es sich, die Exposition zu minimieren. Filtern Sie Leitungswasser und wählen Sie natürliche Alternativen zu Plastik – gut für Sie und die Umwelt.

Global braucht es Maßnahmen gegen die Freisetzung. Tragen Sie bei, indem Sie Einwegplastik meiden (eigene Tasche mitnehmen), Müll reduzieren, Kleidung seltener waschen und Wäschesäcke nutzen, um Fasern abzufangen.

Halten Sie sich an die '5 Rs': Verweigern, Reduzieren, Wiederverwenden, Reparieren, Recyceln. Jede Lösung sollte dem Planeten und uns nutzen.

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