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Bluttest erkennt über 50 Krebsarten im Frühstadium mit hoher Genauigkeit – Studie in Annals of Oncology

Experten bestätigen: Ein einfacher Bluttest kann mehr als 50 Krebsarten erkennen, noch bevor Symptome auftreten. Mit seiner Präzision eignet er sich ideal als Multi-Krebs-Screening-Test.

Der Test wird derzeit vom NHS England als Pilotprojekt für Risikogruppen eingesetzt, darunter Personen ab 50 Jahren. Er detektiert besonders schwierig früh erkennbare Krebsarten wie Kopf-Hals-, Eierstock-, Bauchspeicheldrüsen-, Speiseröhrenkrebs sowie einige Blutkrebsarten.

Die Ergebnisse, veröffentlicht in der Zeitschrift Annals of Oncology, belegen eine hohe Genauigkeit – oft vor Auftreten von Symptomen – bei simultan sehr geringer Falsch-positiv-Rate.

„Die Früherkennung von Krebs, wenn Behandlungen am erfolgreichsten sind, ist eine der effektivsten Strategien gegen die Krebslast“, erklärt Dr. Eric Klein, Vorsitzender des Glickman Urological and Kidney Institute an der Cleveland Clinic, USA, und Erstautor der Studie. „Diese Daten zeigen, dass der Multi-Krebs-Test in Kombination mit etablierten Screenings die Krebsdiagnostik revolutionieren und die öffentliche Gesundheit nachhaltig verbessern könnte.“

Entwickelt von der US-Firma Grail, sucht der Test nach chemischen Veränderungen in zellfreier DNA (cfDNA)-Fragmenten, die Tumore ins Blut abgeben.

In einer Studie mit 3.537 Probanden – 2.823 mit Krebs, 1.254 ohne – erkannte der Test Krebs in 51,5 % der Fälle bei allen Stadien korrekt, bei nur 0,5 % Falsch-positiven Ergebnissen.

Bei soliden Tumoren ohne bestehende Screenings (z. B. Speiseröhren-, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs) lag die Sensitivität bei beeindruckenden 65,6 %, doppelt so hoch wie bei gescreenten Tumoren wie Brust-, Darm-, Gebärmutterhals- oder Prostatakrebs.

Bei Blutkrebsarten wie Lymphom und Myelom betrug die Sensitivität 55,1 %. Zudem lokalisierte der Test das Krebsgewebe in 88,7 % der Fälle präzise.

„Krebsarten, die mehr cfDNA freisetzen, lassen sich leichter nachweisen“, so Klein. „Diese tödlicheren Formen profitieren besonders von dieser Früherkennung. Etablierte Screenings für prostataähnliche Krebsarten bleiben essenziell, da sie weniger DNA abgeben.“

Das NHS-Grail-Pilotprojekt mit 140.000 Teilnehmern, gestartet Herbst 2021, liefert Ergebnisse bis 2023.