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Dr. Michael Mosley: Wie kalte Duschen Ihr Immunsystem nachweislich stärken

Kürzlich habe ich für BBC Radio 4 den 10-teiligen Podcast Just One Thing produziert. In jeder 15-minütigen Folge erforsche ich die Wissenschaft hinter einfachen Gewohnheiten, die Sie nahtlos in den Alltag integrieren können – wie Kniebeugen, mehr fermentierte Lebensmittel oder zügige Spaziergänge am frühen Morgen.

Der Podcast war ein voller Erfolg und wurde prompt fortgesetzt. Die Originalserie und die neuen Folgen der zweiten Staffel finden Sie auf BBC Sounds.

Eine der populärsten Episoden der ersten Serie widmete sich den Risiken und Vorteilen von Kaltwassereinwirkungen. Für diese Folge testete ich täglich kalte Morgen-Duschen: Zuerst warmes Wasser, dann 45 Sekunden eisige Kälte.

Das weckt garantiert – aber gibt es mehr? Eine niederländische Studie aus 2016 in PLOS One liefert klare Belege: 3.018 Teilnehmer wurden randomisiert einer kalten Duschgruppe (30, 60 oder 90 Sekunden) oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Im folgenden Winter erkrankten Kalt-Duscher mit 30 % geringerer Wahrscheinlichkeit an Grippe, unabhängig von der Dauer.

Zu psychischer Gesundheit fehlen Studien zu Duschen; Behauptungen zum Kaltwasserschwimmen basieren meist auf Anekdoten.

Dr. Michael Mosley: Wie kalte Duschen Ihr Immunsystem nachweislich stärken

Forscher der University of Cambridge entdeckten das "Kälteschock-Protein" RBM3. Es steigt bei Mäusen durch plötzliche Abkühlung an und fördert neuronale Verbindungen. Bei regelmäßigen Kaltwasserschwimmern fanden sie erhöhte RBM3-Werte im Blut.

Falls Sie Kaltwasserschwimmen ausprobieren möchten: Seien Sie vorsichtig, gehen Sie nie allein und schließen Sie sich einem Verein an. Vor Jahren passierte mir mit meiner Frau Clare ein Schock: Ich schwamm, wurde schwarz vor Augen, schwamm ans Ufer und war desorientiert. Im Krankenhaus diagnostizierten sie eine vorübergehende globale Amnesie durch Kälte. Zum Glück Einzelfall – ich höre im Freibad im September auf, kalte Duschen setze ich fort.

  • Dieser Artikel erschien zuerst in Ausgabe 368 des BBC Science Focus Magazine.