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Schadstoffe in Luft und Wasser: Zusammenhang mit verändertem Geschlechterverhältnis bei Neugeborenen

Als renommierte Umweltforscher haben wir einen klaren Zusammenhang zwischen Schadstoffen in Luft und Wasser und Veränderungen im Geschlechterverhältnis bei Neugeborenen festgestellt. Eine umfassende Studie belegt dies, auch wenn eine direkte Kausalität noch nicht bewiesen ist.

Bei vielen Tierarten wie Reptilien und Fischen bestimmt die Umgebungstemperatur das Geschlecht der Nachkommen. Beim Menschen gibt es zahlreiche Mythen – von der Ernährung der Eltern bis zur Zeugungszeit –, doch wissenschaftliche Erkenntnisse zu Umweltfaktoren fehlten bislang weitgehend.

Das Geschlechterverhältnis bei der Geburt (SRB) misst das Verhältnis von Jungen zu Mädchen. Normalerweise liegt es leicht zugunsten von Jungen, variiert jedoch regional und zeitlich.

Bisherige Untersuchungen mit begrenzten Daten prüften Einflüsse wie Schadstoffe, Wetter oder Stress. Unter Leitung von Dr. Andrey Rzhetsky von der University of Chicago analysierten wir Daten von 6 Millionen Geburten: 3 Millionen in den USA (2003–2011) und 3 Millionen in Schweden (1983–2013), abgeglichen mit Umweltdaten aus nationalen Registern.

Kein Einfluss durch Temperatur, Jahreszeiten, Arbeitslosigkeit oder Kriminalität. Doch bestimmte Schadstoffe wirkten: Eisen und Blei im Boden senkten den SRB, während PCBs, Quecksilber, Kohlenmonoxid, Aluminium in der Luft sowie Chrom und Arsen im Wasser ihn erhöhten.

Die Studie beweist keine Ursache-Wirkung, doch die Ergebnisse sollten Politiker motivieren, gegen Umweltverschmutzung vorzugehen.