Im Jahr 2019 erlitt Josh Brolin, der gefeierte Schauspieler und Star des Marvel Cinematic Universe, einen Sonnenbrand am After.
Dieser kuriose Vorfall entstand durch den trendigen "Perineum Sunning"-Wahn: das bewusste Aussetzen der empfindlichen Haut zwischen After und Genitalien der Sonne. Solche exzentrischen Wellness-Praktiken, modische Diäten und dubiose Produkte überschwemmen unsere Welt und versprechen angeblich bessere Gesundheit und Schönheit.
Dazu gehören "Vampir-Facial"-Behandlungen, bei denen eigenes gereinigtes Blut ins Gesicht injiziert wird, Kaffee-Einläufe oder die vaginal-zentrierten Angebote von Gwyneth Paltrows Goop-Marke.
Diese Trends werben mit großen Gesundheitsvorteilen, liefern aber selten wissenschaftliche Belege. Schade, denn sie widersprechen oft etablierter Medizin und können schaden.
Trotzdem boomen sie – vor allem, wenn A-List-Stars oder Influencer sie pushen. Obwohl unwissenschaftlich, lächerlich oder riskant und ohne medizinische Expertise der Befürworter: Viele springen drauf an.
Dieses Phänomen, bei dem Promis mehr Einfluss auf Gesundheitsvorstellungen haben als Ärzte, wirkt absurd, ist aber psychologisch erklärbar. Unser Gehirn begünstigt solche Trends nachweislich.
Menschliche Gesundheit ist hochkomplex. Ärzte brauchen Jahre Studium, um kompetent zu beraten – Laien fehlt das oft. Sie unterscheiden schwer zwischen evidenzbasierten Methoden und Pseudowissenschaft, besonders wenn Medien sie unkritisch hypen.
Wir bevorzugen zudem "schnelle Wins": Wenig Aufwand, große Wirkung. Statt Sport oder Diät lockt ein einfacher Trick. Unser Gehirn wünscht sich das und klammert sich daran fest, auch gegen Beweise.
Viele Trends wirken absurd oder intim – Perineum-Sonnenbaden etwa. Das schreckt ab, macht aber für Rebellen glaubwürdiger: "Es ist neu und tabulos – ich bin mutig genug."

Promis als Trendsetter? Sie sind ikonenhaft. Anekdoten von Stars überzeugen mehr als Studien, da wir evolutionär auf Artgenossen hören – besonders auf High-Status-Persönlichkeiten. Emotionaler Appeal schlägt Expertise.
Warum fallen Promis darauf rein? Normativer Einfluss: Umgebung prägt Denken. A-Listers leben in Blasen aus Ja-Sagern – Agenten, Stylisten –, ohne Kritik. Das bläht Ego und Naivität auf.

Statusdruck verstärkt es: Stars wollen über dem Establishment stehen, z. B. als "Gesundheitsgurus". Echo-Chambers unter Eliten perpetuieren den Kreislauf.
Fazit: Psychologie erklärt den Boom pseudowissenschaftlicher Wellness-Trends. Bleiben Sie skeptisch – prüfen Sie Quellen, um sich nicht zu verbrennen, vielleicht an sensiblen Stellen.
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