Ein gängiger Mythos besagt, zu viel Testosteron mache wütend. Tatsächlich ist es umgekehrt: Ein niedriger Testosteronwert kann Reizbarkeit auslösen. Der Begriff „männliche Menopause“ ist irreführend – anders als bei Frauen mit Östrogen gibt es bei Männern keinen abrupten Hormonabfall im mittleren Alter.
Der Testosteronspiegel sinkt mit dem Alter allmählich, um weniger als 2 Prozent pro Jahr ab etwa 30 Jahren, und verursacht in der Regel keine Beschwerden.
Selten fällt er so stark ab, dass Symptome wie Müdigkeit, Libidoverlust, Erektionsprobleme oder Reizbarkeit entstehen. Die European Male Ageing Study (EMAS) von 2010 ergab: Etwa 2 Prozent der Männer zwischen 40 und 79 Jahren sowie 5 Prozent der 70- bis 79-Jährigen leiden an Testosteronmangel.
Testosteronmangel tritt häufiger bei Übergewicht oder chronischen Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes auf. Seltene genetische Hodenstörungen spielen eine untergeordnete Rolle.
Fühlen Sie sich mürbe? Zu viel Testosteron ist unwahrscheinlich die Ursache, ebenso eine „männliche Menopause“. Häufiger stecken Lebensstilfaktoren wie Schlafmangel, Alkohol, Rauchen oder psychische Belastungen wie Stress, Depressionen oder Ängste dahinter.