Ein 57-jähriger Patient mit terminaler Herzinsuffizienz hat in Maryland eine bahnbrechende Operation überstanden: Das Universitätsmedizinische Zentrum transplantierte ihm ein gentechnisch modifiziertes Schweineherz. Der Patient David Bennett befindet sich derzeit in stabiler Verfassung.
Diese weltweit erste Transplantation eines modifizierten Tierherzens zeigt, dass es im menschlichen Körper funktionieren kann, ohne sofort abgestoßen zu werden. Sie war Bennetts einzige Option, nachdem mehrere Zentren ihn für eine herkömmliche Herztransplantation abgelehnt hatten.
„Entweder sterben oder diese Transplantation wagen. Ich will leben. Es ist ein Risiko, aber meine letzte Chance“, erklärte Bennett vor der Operation. „Ich freue mich, bald wieder aufzustehen.“
Die FDA erteilte eine Compassionate-Use-Genehmigung, da es sich um ein experimentelles Verfahren handelt. Die Operation fand am Silvestertag statt.

Trotz Kontroversen um Xenotransplantationen – den Transfer tierischer Organe – bietet sie Potenzial gegen die Organknappheit. „Ein Meilenstein, der uns der Lösung der Organkrise näherbringt“, betonte Chirurg Bartley P. Griffith. „Es gibt zu wenige Spenderherzen.“
Das Team ist optimistisch, beobachtet Bennett jedoch engmaschig. Risiken wie starke Immunreaktionen bleiben bestehen.
Erste Xenotransplantationen scheiterten in den 1980er Jahren, etwa bei Baby Fae, deren Körper das Schweineherz nach Wochen abstieß. Heute setzen Kliniken erfolgreich Schweineherzklappen ein.
Revivicor lieferte das Herz: Drei Schweinegene wurden deaktiviert, sechs menschliche Gene eingefügt, ein Wachstumsgen entfernt. Vor der Implantation perfundierte das Team das Organ.
„Ein historischer Fortschritt“, sagte Zentrums-CEO Bert W. O’Malley. „Unsere Experten treiben Innovationen voran, die Tausenden helfen könnten.“