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Long COVID: Ursachen, Symptome und bewährte Tipps zur Genesung – Insights von Experten

Mehr als eine Million Menschen im Vereinigten Königreich leiden unter Long COVID. Wissenschaftler erforschen intensiv die langfristigen Folgen der COVID-19-Infektion. Obwohl vieles noch offen ist, decken Forscher zunehmend Mechanismen auf, wie Long COVID entsteht, behandelt werden kann und warum manche betroffen sind, andere nicht. Laut Office for National Statistics (ONS) meldeten am 2. Januar 2022 1,3 Millionen Menschen Long-COVID-Symptome.

Manche Schätzungen gehen von deutlich höheren Zahlen aus. Eine norwegische Studie ergab, dass 60 % der COVID-19-Patienten nach sechs Monaten anhaltende Beschwerden hatten.

Wir sprachen mit Dr. David Strain, Dozent an der University of Exeter Medical School und medizinischem Berater von Action for ME, einer Organisation, die Betroffene mit myalgischer Enzephalomyelitis (ME) unterstützt. Er teilt das aktuelle Wissen über Long COVID.

Was ist Long COVID?

Laut Dr. Strain gibt es keine einheitliche Definition. Der Begriff umfasst zwei Zustände: „Anhaltendes symptomatisches COVID“ (Woche 4 bis 12 nach Infektion), bei dem Symptome der akuten Phase fortbestehen, und „Postakutes COVID-Syndrom“ (ab Woche 12). Die Grenzen verschwimmen, da viele Betroffene einfach „Long COVID“ sagen.

Was verursacht Long COVID?

Mehrere Theorien existieren; der Mechanismus variiert je nach Verlauf, erklärt Strain. Schwere Fälle mit Lungenentzündung und Intensivaufenthalt führen oft zu Langzeitfolgen: „Jede schwere Pneumonie setzt monatelang zu.“

Viele haben Gefäßschäden durch das Virus: „COVID-19 greift gezielt Blutgefäße an, verursacht Gerinnsel – Lungenembolien, Nierenschäden oder Schlaganfälle.“

Long COVID: Ursachen, Symptome und bewährte Tipps zur Genesung – Insights von Experten

Bei milden Verläufen ohne Krankenhausaufenthalt sind Ursachen unklarer. COVID-19 nutzt ACE2-Rezeptoren, Teil des Immunsystems. Eine Störung könnte zu Dauerwirkungen führen, da der Körper mit Toxinen überflutet wird, ohne ausreichend Gegenmittel.

Möglicherweise persistiert das Virus in immunprivilegierten Bereichen wie dem Darm. „Long-COVID-Betroffene zeigen starke Veränderungen im Mikrobiom – vielleicht lebt das Virus dort, tötet gute Bakterien oder resultiert aus Ernährungsumstellungen.“

Welche Symptome gibt es?

ONS-Daten (Januar 2022): Häufigste sind Müdigkeit (50 %), Kurzatmigkeit (37 %), Geruchs- (37 %) und Geschmacksverlust (28 %). Symptome schwanken stark: von extremer Erschöpfung über Gehirnnebel, Myalgie bis Post-Exertional Malaise (PEM) – unverhältnismäßige Erschöpfung nach Belastung, typisch für ME.

Weitere: Haarausfall, Temperaturschwankungen, Angst, Stimmungsschwankungen. „Dysregulationen im Körper wirken sich auch aufs Gehirn aus.“

Woher weiß ich, ob ich Long COVID habe?

NHS-Rat: Hausarzt kontaktieren bei Symptomen >4 Wochen. Wichtig: Andere Erkrankungen ausschließen, z. B. Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes oder POTS. „Wir haben bei Long-COVID-Patienten bereits Krebs oder Anämie entdeckt.“

Long COVID: Ursachen, Symptome und bewährte Tipps zur Genesung – Insights von Experten

Gibt es einen Test?

Derzeit Ausschlussdiagnostik. Forschung zeigt: Sauerstoffaufnahme gestört (Studien Cardiff, Manchester u. a.). Stoffwechseltests (ATP/Phosphokreatin) deuten auf Erschöpfung hin, ähnlich ME.

Können Asymptomatiker betroffen sein?

Ja, oft nur durch Antikörpertests entdeckt – milde oder symptomlose Infektionen führen zu ME-ähnlichen Symptomen.

Schützt der Impfstoff?

Ja: Zwei Dosen reduzieren Risiko um 41 % (ONS). 60 % der Geimpften bessern sich (Strain-Studie). Impfung stärkt Immunität.

Wie lange dauert es?

Viele erholen sich; nach 12+ Monaten (~600.000) steigt Hoffnung durch Forschung: „Mehr Fortschritt in 6 Monaten als in 30 Jahren ME-Forschung.“

Behandlungen?

Bei Gerinnseln: Bekannte Therapien. Mikrobiom: Stuhltransplantationen (wie bei C. difficile). Studie STIMULATE-ICP testet Antikoagulanzien, Entzündungshemmer u. a. Gesunde Darmbakterien könnten schützen – familiäre Häufung deutet darauf hin.

Long COVID: Ursachen, Symptome und bewährte Tipps zur Genesung – Insights von Experten

Tipps zur Genesung: Pacing

„Bleiben Sie unter 80 % Ihrer Grenze, bauen Sie langsam auf. Übertreten Sie sie, folgen Tage der Erschöpfung – Pacing steigert Fitness langfristig.“

Sind Betroffene ansteckend?

Nein, nach 4+ Wochen nicht mehr (UK Health Security Agency).