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NASA: Ozonloch über der Antarktis auf Rekordklein – Warmes Wetter als Hauptursache

Das Ozonloch über dem Südpol ist seit seiner Entdeckung 1985 das kleinste. NASA-Experten führen dies primär auf ungewöhnlich hohe Temperaturen in der Antarktis zurück, weniger auf Erfolge im Umweltschutz.

In diesem Herbst misst das Loch in der schützenden Ozonschicht der Erde durchschnittlich 3,6 Millionen Quadratmeilen – im Vergleich zum Höchstwert von 10,3 Millionen Quadratmeilen im Jahr 2006.

Es ist sogar kleiner als das Loch bei seiner ersten Entdeckung 1985.

"Das sind wirklich gute Neuigkeiten", betont NASA-Wissenschaftler Paul Newman. "Mehr Ozon über der Südhemisphäre bedeutet weniger schädliche UV-Strahlung an der Erdoberfläche."

Die Ozonschicht schützt das Leben vor gefährlicher Sonnenstrahlung. Künstliche Chlorverbindungen, die bis zu 100 Jahre in der Atmosphäre verbleiben, zerstören jedoch Ozon und verursachen eine Ausdünnung sowie ein Loch über der Südhemisphäre.

Das Ozonloch erreicht seinen Höhepunkt im September und Oktober und schließt sich bis Ende Dezember, vor dem nächsten südlichen Frühling.

Das Montrealer Protokoll von 1987 – der einzige von allen UN-Mitgliedstaaten ratifizierte Vertrag – verbot Chlorverbindungen in Kältemitteln und Aerosolen.

Dieses Verbot hat das Ozonloch in den vergangenen Jahren verkleinert, doch die dramatische Schrumpfung in diesem Jahr ist laut Newman nicht darauf zurückzuführen.

"Das ist purer Zufall des Wetters", erklärt Atmosphärenforscher Brian Toon von der University of Colorado.

Chlor benötigt kalte Stratosphärentemperaturen und Wolken, um in ozonzerstörende Formen umzuwandeln, so Newman. Bei Wärme lösen sich diese Wolken auf.

Im September und Oktober brach der südliche Polarwirbel – ein Strom kalter Hochgeschwindigkeitswinde um den Pol – frühzeitig zusammen.

In 12 Meilen Höhe lagen die Temperaturen 16 °C über dem Durchschnitt. Die Windgeschwindigkeit sank von 261 km/h auf rund 100 km/h, berichtet die NASA.

Solche Ereignisse gab es schon 1988 und 2002, jedoch nie so extrem, betont Newman.