- Eine neue Studie zeigt: Der steigende Meeresspiegel gefährdet die Hälfte der globalen Sandstrände.
- Ein Autor der Studie betont, dass dies eine konservative Schätzung darstellt.
- Bis zu 40 % der Verluste könnten durch Reduktion der Treibhausgasemissionen verhindert werden.
Experten warnen: Wenn der Klimawandel ungebremst fortschreitet, könnten bis Ende des Jahrhunderts weltweit die Hälfte aller Sandstrände verschwinden.
Forscher des Joint Research Centre der Europäischen Union in Ispra, Italien, analysierten Satellitenbilder der letzten 30 Jahre und simulierten zukünftige Auswirkungen der globalen Erwärmung auf Küsten.
"Bis Ende des Jahrhunderts werden etwa die Hälfte der Strände weltweit eine Erosion von mehr als 100 Metern erleben", erklärt Michalis Vousdoukas, einer der Studienautoren. "Es ist wahrscheinlich, dass sie verloren gehen."
Die Studie, veröffentlicht in Nature Climate Change, zeigt: Das Risiko hängt vom globalen Temperaturanstieg bis 2100 ab. Höhere Erwärmung bedeutet stärkeren Meeresspiegelanstieg und intensivere Stürme, die mehr Strände überschwemmen.
"Die prognostizierten Veränderungen der Küstenlinien werden die weltweite Küstenform nachhaltig prägen", schreiben die Autoren – über ein Drittel davon sind Sandstrände.
Sandstrände sind essenziell für Tourismus, Erholung und Wildtiere und dienen als natürlicher Schutzwall gegen Stürme. Bereits heute beeinträchtigen menschliche Eingriffe wie Dämme die Sedimentsupply, die Strände aufbaut.
Manche Länder sind stärker gefährdet: Gambia und Guinea-Bissau könnten über 60 % ihrer Strände verlieren, ähnlich düster Pakistan, Jersey und die Komoren.
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Australien ist am stärksten betroffen mit über 7.000 Meilen gefährdeter Küste. Auch USA, Kanada, Mexiko, China, Russland, Argentinien und Chile verlieren Tausende Kilometer.
Andres Payo, Küstendynamik-Experte beim British Geological Survey, lobt die Methodik, rät aber zur Vorsicht: "Viele Annahmen könnten die Ergebnisse beeinflussen."
Vousdoukas kontert: Die Schätzung sei "etwas konservativ" und könnte höher ausfallen.
Die Studie berücksichtigt Szenarien mit 2,4 °C oder doppeltem Anstieg bis 2100 – das ambitionierte 1,5-°C-Ziel des Pariser Abkommens gilt als unrealistisch.
bis zu 40 % des Küstenrückzugs könnten durch Emissionssenkungen vermieden werden. Dennoch brauchen küstennah lebende Millionen zusätzlichen Schutz.
Beispiel Niederlande: "Effektive, ortsspezifische Planung kann Erosion mindern und zu einer stabilen Küste führen", betonen die Autoren.