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Studie warnt: Meeresschwimmer könnten potenziell tödliche antibiotikaresistente Bakterien tragen

Ein Forscherteam der National University of Ireland Galway (NUI Galway) untersucht das Risiko, dass Meeresschwimmer und Surfer antibiotikaresistente Superbakterien beherbergen, die lebensbedrohliche Infektionen verursachen könnten.

Das Team prüft, ob Freizeitgewässer potenziell tödliche Bakterien enthalten, auf die routinemäßig nicht getestet wird.

Irland verfügt über einige der saubersten Badegewässer Europas, doch an mehr als 30 Stellen werden ungeklärte Abwässer ins Meer geleitet.

Antibiotikaresistente Superbakterien zählen zu den größten Bedrohungen für die menschliche Gesundheit.

Die Forschungsgruppe für antimikrobielle Resistenz und mikrobielle Ökologie an der Universität startet die PIER-Studie (Public Health Impact of Exposure to Antibiotikaresistenz in Freizeitgewässern), finanziert von der Environmental Protection Agency (EPA).

Die Forscher wollen 300 Teilnehmer rekrutieren: 150 Meeresschwimmer, Surfer und regelmäßige Nutzer von Meer, Seen oder Flüssen sowie 150 Personen, die selten ins Wasser gehen.

Ein zentrales Ziel ist zu verstehen, wie Superbakterien in menschliche Populationen gelangen, um die Ausbreitung antibiotikaresistenter Bakterien besser kontrollieren zu können.

Professorin Dearbhaile Morris, Leiterin des PIER-Projekts, erklärt: „Bei gesunden Menschen verhalten sich antibiotikaresistente Bakterien ähnlich wie gewöhnliche Keime. Sie leben harmlos auf der Haut, in der Nase oder im Darm – das nennt man Kolonisierung.

„Solange ein Keim auf der Haut oder im Darm bleibt, verursacht er meist keine Probleme.

„Sobald ein Superbakterium jedoch in eine Wunde, die Blase oder das Blut gelangt, kann es eine schwer behandelbare Infektion auslösen.

„Das tritt vor allem bei vulnerablen Gruppen auf, wie Intensivpatienten, sehr alten oder jungen Menschen. Hier sind spezielle Antibiotika nötig, da Standardpräparate versagen.“

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Frühere Studien des Teams fanden potenziell tödliche Keime im Meerwasser vor Galway.

Dr. Liam Burke, Mitforscher bei PIER, betont: Einige Superbakterien sind in der Umwelt weit verbreitet, da Antibiotika bei Mensch und Tier zunehmen und Abwässer, Gülle sowie Kläranlagen diese Keime in Seen, Flüsse und Meere Irlands spülen.

„Badegewässer werden zwar auf bestimmte Bakterien getestet, nicht aber auf antibiotikaresistente Varianten. Wir wissen daher nicht, wie weit verbreitet sie sind“, sagt Dr. Burke.

„PIER klärt, ob regelmäßige Badegäste in irischen Gewässern ein höheres Risiko haben, von Superbakterien kolonisiert zu werden.“

Studie warnt: Meeresschwimmer könnten potenziell tödliche antibiotikaresistente Bakterien tragen

Dr. Burke warnt vor Starkregen: Überlaufende Abflüsse tragen Abwässer in Meer und Seen, was zu Badeverboten führt, wie kürzlich in Co Clare.

„Krankenhausabwässer oder Gülle aus der Landwirtschaft können hoch belastet sein. Superbakterien entwickeln Resistenzen und bleiben bei Gesunden harmlos im Darm. Bei mangelnder Hygiene können sie jedoch auf Vulnerable übertragen werden – etwa Kleinkinder oder Ältere.“

Jeder ab 18 Jahren auf der irischen Insel kann teilnehmen. Interessierte finden Infos und Anmeldung auf der PIER-Website.