In einem aufgeblasenen Ballon herrscht ein höherer Druck als in der Umgebung, verursacht durch die elastische Spannung der Ballonhaut, die nach innen zieht. Bei einem Nadelstich entsteht ein winziges Loch: Der Gummirand wird nicht mehr gleichmäßig in alle Richtungen gespannt, da aus der Lochmitte keine Kraft wirkt. Eine Nettokraft reißt den Rand weg, das Loch wächst rapide, und das Ungleichgewicht verstärkt sich. Innerhalb von Millisekunden zieht sich die gesamte Haut bis zum gegenüberliegenden Punkt zusammen. Die freigesetzte Hochdruckluft expandiert explosionsartig und erzeugt eine Schallwelle – den markanten Knall.
Kleben Sie zuvor Klebeband auf den Ballon und stechen Sie die Nadel durch: Kein Knall! Das Band steht nicht unter Spannung und widersteht der Rückzugskraft des Gummis, sodass das Loch klein bleibt und die Luft langsam entweicht. Ähnlich bei silbernen Mylar-Ballons mit Helium: Mylar ist vorgedehnter Kunststoff mit geringer Elastizität und platzt daher nicht laut.