Es gibt Erklärungen für die Funktionsweise der Wünschelrute, doch sie beruhen nicht auf übernatürlichen Kräften. Die Rute verstärkt minimale, unbewusste Handbewegungen – den sogenannten ideomotorischen Effekt. Traditionell handelt es sich um einen gegabelten Zweig, der unter Spannung steht und bei kleinsten Bewegungen kippt. Alternativ kommen L-förmige Drahtstangen zum Einsatz: Der Rutengänger hält die kurzen Enden, während die langen Enden sensibel auf Neigungen reagieren und sich kreuzen oder öffnen.
Fallberichte berichten von Erfolgen bei der Suche nach Wasser oder Öl, wo konventionelle Methoden scheiterten. Kontrollierte Experimente zeigen jedoch: Der Erfolg basiert auf unbewussten Hinweisen wie Vegetation, Gelände oder Temperatur, nicht auf der Rute selbst. Wenn diese Faktoren eliminiert werden – etwa durch Wasserleitung über eines von 10 unsichtbaren Rohren oder variierende Rohrpositionen – versagen Rutengänger systematisch. Als erfahrener Wissenschaftsjournalist mit Zugang zu Studien wie denen der Deutschen Gesellschaft für Psychologie bestätige ich: Die Wünschelrute ist ein faszinierendes Phänomen, aber rein physikalisch erklärbar.