Milliarden Tonnen magnetisiertes Plasma werden regelmäßig durch die aufgewühlteten Konvektionsströme in den oberen Schichten der Sonnenatmosphäre in den Weltraum geschleudert. Diese sogenannten koronalen Massenauswürfe (CMEs) rasen mit Geschwindigkeiten von bis zu 11 Millionen Kilometern pro Stunde durch den Raum. Je nach Position im 11-jährigen Sonnenzyklus kann die Sonne bis zu 20 solcher Ereignisse pro Woche produzieren.
CMEs sind häufig, werden jedoch in einem engen Bogen abgefeuert. Die Chance, dass ein massiver Auswurf die Erde trifft, ist gering. 2012 gab es einen knappen Fehltritt, der letzte große Einschlag war 1859 – lange vor der Elektrizitätsgesellschaft.
Ein vergleichbar starker CME heute könnte Satelliten-Elektronik beschädigen, Navigations- und Kommunikationssysteme stören sowie die GPS-Zeitsynchronisation beeinträchtigen – essenziell für das Internet. Zudem würde er geomagnetische Ströme in Stromnetzen auslösen, die Transformatoren überlasten und zu langanhaltenden Blackouts führen könnten.
Ohne Strom stände die moderne Gesellschaft still – Internet inklusive. Dies bleibt jedoch ein Worst-Case-Szenario. Solarforscher überwachen die Sonne kontinuierlich und können uns Tage im Voraus warnen. In dieser Zeit lässt sich Satelliten abschalten und Netze schüpfen, um Schäden zu minimieren.