Es ist ein weit verbreiteter Mythos, dass Käse vor dem Zubettgehen zu Alpträumen führt. Doch wissenschaftliche Belege dafür sind dünn gesät.
Alpträume entstehen wahrscheinlicher durch spätes Essen insgesamt. Mit vollem Magen einzuschlafen ist generell keine gute Idee. Studien belegen, dass fetthaltige Speisen wie Käse kurz vor der Nachtruhe die Schlafqualität mindern – und uns Träume intensiver in Erinnerung bleiben, wenn der Schlaf unruhig ist.
Eine kanadische Studie aus dem Jahr 2015 mit 396 Studenten untermauert den Zusammenhang zwischen nächtlichem Essen und Alpträumen. Fast die Hälfte der Befragten berichtete von beunruhigenden Träumen nach spätem Essen. Rund 15 Prozent nannten bestimmte Lebensmittel, insbesondere Milchprodukte, als Auslöser für „bizarre oder verstörende“ Träume. Die Forscher vermuten jedoch, dass dieser Glaube auf jahrelangen Ammenmärchen basiert.
Eine Theorie verbindet Käse mit Tyramin, einer Substanz aus der Aminosäure Tyrosin. Diese fördert die Freisetzung von Noradrenalin im Traumschlaf-Bereich des Gehirns. Allerdings enthalten auch andere Lebensmittel wie Schokolade Tyramin, ohne bekannte Albtraumwirkung. Weitere Forschung ist hier gefragt.