Seit Generationen warnen Eltern ihre Kinder: Warten Sie eine Stunde nach dem Essen, bevor Sie schwimmen gehen. Der Grund: Der Magen könne Verdauung und sportliche Belastung nicht vereinbaren, was zu Krämpfen, Panik im Wasser und Ertrinken führe. Das klang plausibel – sogar das Amerikanische Rote Kreuz riet in den 1960er-Jahren davon ab. Bereits damals aber zweifelte man an dieser Warnung.
In den späten 1960er-Jahren testeten wissenschaftliche Studien Schwimmer mit Mahlzeiten zu unterschiedlichen Zeiten vor dem Baden. Ergebnis: Keine Krämpfe. Einige berichteten von Übelkeit oder Aufstoßen, doch nichts Lebensbedrohliches.
2005 stellten australische Forscher fest, dass Sport weniger als zwei Stunden nach einer großen Mahlzeit das Risiko für Seitenstiche steigern kann – allerdings ohne Belege für eine allgemeine Gesundheitsgefahr.
2011 fasste ein Experten-Gremium des Amerikanischen Roten Kreuzes alle Studien zusammen: Essen vor dem Schwimmen erhöht kein Ertrinkungsrisiko. Der Mythos ist enttarnt.