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Sind Babys mit einem angeborenen Sinn für Recht und Unrecht geboren? Forschungsergebnisse

Frühe Psychologen gingen davon aus, dass Babys ohne Moralgefühl geboren werden und dieses erst im Laufe der Zeit erlernen. Heutige Forschung zeigt jedoch: Obwohl ein vollständiges moralisches Urteilsvermögen erst in der Pubertät reift, weisen Babys bereits früh Anzeichen eines rudimentären moralischen Kompasses auf.

In einer wegweisenden Studie der Yale University aus dem Jahr 2010 beobachteten Forscher drei Monate alte Babys bei einer interaktiven Show mit geometrischen Holzfiguren auf einem Hügel. Diese Figuren – als Charaktere personifiziert – halfen einer anderen Figur entweder bergauf oder hinderten sie daran. Die Babys schauten signifikant länger auf die hilfreichen Charaktere, was ein frühes Vorziehen altruistischen Verhaltens andeutet.

Bei Fünfmonatigen zeigten ähnliche Experimente ein Gespür für gerechte Vergeltung: Sie bevorzugten Figuren, die eine zuvor hinderliche Person blockierten, statt ihr zu helfen.

Ein Fairnessempfinden entwickelt sich ebenfalls rasch. In einer kürzlichen Studie der University of Washington (2023) sahen 13 Monate alte Babys zu, wie ein Forscher Cracker fair oder unfair an zwei Erwachsene verteilte. Bei der Chance zur Interaktion wählten die Kleinen den fairen Verteiler – ein klares Zeichen für angeborene Gerechtigkeitsvorliebe.

Ferner untersuchten Studien das prosoziale Verhalten: Ab einem Jahr trösten Babys verletzte Personen spontan oder helfen, scheinbar unerreichbare Objekte zu greifen. Diese natürlichen Reaktionen legen nahe, dass Moral nicht rein erlernt, sondern auf einer angeborenen Neigung zu Gutem beruht.

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