Der COVID-19-Impfstoff wird nun in ganz Großbritannien eingesetzt. Nach der Zulassung durch die Medicines and Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) startet die landesweite Verimpfung mit dem Pfizer-Impfstoff.
Benötigen Menschen, die bereits COVID-19 durchgemacht haben, den Impfstoff? Oder reicht eine reduzierte Dosis?
Einfache Antwort: Wir wissen es noch nicht endgültig.
„Derzeit gibt es keine Empfehlung dazu – uns fehlen ausreichend Daten“, erklärt Dr. Jeremy Rossman, Dozent für Virologie an der University of Kent. „Die Zulassung des Impfstoffs für die breite Bevölkerung bedeutet nicht, dass alle Studien abgeschlossen sind. Es könnte Wochen bis Monate dauern, bis wir verlässliche Ergebnisse haben.“
Mehr zu COVID-19-Impfstoffen:
- Sollen wir Menschen für die Impfstoffforschung mit COVID-19 infizieren?
- Mundspülung eliminiert das Coronavirus in 30 Sekunden … im Labor
Selbst mit wachsenden Daten wird es herausfordernd, individuelle Empfehlungen zu geben. „Die Verläufe variieren stark: Manche hatten schwere Fälle, andere milde oder gar keine Symptome“, sagt Rossman. „Vielleicht reicht bei manchen eine Dosis statt zwei – oder gar keine. Das ist noch unklar.“
Um Klarheit zu schaffen, prüfen Wissenschaftler den Schutzwert von Antikörpern nach natürlicher Infektion. „Wir vergleichen die Antikörperlevel Infizierter mit Geimpften“, erläutert Rossman. „Diese Daten kommen, sind aber noch nicht verfügbar.“
Benötige ich den Impfstoff wirklich, wenn alle anderen geimpft sind?
Dieses Argument klingt logisch: Bei hoher Impfrate sinkt das Infektionsrisiko für alle. Doch es birgt einen Fehler – wenn alle so denken, scheitert die Strategie. „Impfungen bergen eine soziale Verantwortung“, betont Rossman.
„Es geht um mehr als nur Sie selbst. Masken, Abstand und Impfung schützen die Gemeinschaft – insbesondere Vulnerable in Ihrem Umfeld.“