Im August 1994 berichtete eine Bewohnerin von Oakville, einer kleinen Stadt in Washington, USA, von durchsichtigen, gelatineartigen Flecken auf dem Boden. Jeder war etwa halb so groß wie ein Reiskorn. Nach einem nächtlichen Regenschauer entwickelten sie und ihre Mutter grippeähnliche Symptome.
In den folgenden drei Wochen meldeten sich weitere fünf Fälle aus der Umgebung. Mehrere Personen klagten über Krankheiten nach Kontakt mit den Blobs. Ein Mikrobiologe des Washingtoner Gesundheitsministeriums analysierte die Substanz und fand zwei Bakterienarten – ohne Hinweise auf Schädlichkeit.
Verschiedene Theorien ranken sich darum, von geheimen Militärwaffentests bis hin zu zerrissenen Quallen durch US-Air-Force-Bombardements im Pazifik. Beweise für diese Spekulationen fehlen jedoch vollständig.
Es ist durchaus möglich, dass die Blobs nicht vom Himmel fielen, sondern auf dem Boden entstanden. Ähnliche Substanzen, bekannt als „Sterngelee“, werden seit dem 17. Jahrhundert in wissenschaftlichen Berichten und Literatur dokumentiert.
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Das Phänomen „Sterngelee“ hat vielfältige Ursachen: Amphibienlaich, Algen, Schleimpilze oder Kristalle aus Natriumpolyacrylat, das in der Landwirtschaft eingesetzt wird. 2012 entstanden in Bournemouth nach einem Sturm ähnliche gallertartige Kleckse durch wassergebundenes Natriumpolyacrylat. Die Oakville-Blobs könnten eine vergleichbare Erklärung haben.