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Können wir Blitze aus Gewittern zur Stromerzeugung nutzen? Die entscheidenden Herausforderungen

Die Vorstellung, die gewaltige Energie von Blitzen einzufangen, klingt faszinierend. Ein durchschnittlicher Blitz setzt schätzungsweise fünf Milliarden Joule frei. Als Experten für erneuerbare Energien wissen wir jedoch: Die praktische Nutzung stößt auf massive technische Hürden.

Erste Hürde: Blitze vorhersagen. Weltweit schlagen pro Sekunde rund 100 Blitze ein, doch sie sind unvorhersehbar – und nur ein Bruchteil erreicht den Boden.

Weiteres Problem: Die Umwandlung in nutzbaren Strom. Getroffene Objekte erhitzen sich auf über 20.000 °C, bei Spannungen von etwa 100 Millionen Volt. Geräte, die das aushalten, zu bauen, ist extrem anspruchsvoll. Die gewonnene Energie müsste zudem sofort genutzt oder gespeichert werden – die Umwandlung in haushaltsüblichen Wechselstrom bei niedriger Spannung ist hochkomplex.

Zudem lohnt der Ertrag den Aufwand kaum. Fünf Milliarden Joule entsprechen etwa 1.400 kWh – genug für vier Monate Strom in einem britischen Durchschnittshaushalt. In der Realität geht jedoch viel Energie als Wärme verloren.

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Dies erklärt, warum das US-Unternehmen Alternate Energy Holdings 2007 das Projekt einstellte: „Ehrlich gesagt, wir konnten es einfach nicht zum Laufen bringen.“

Gefragt von: John Awbery, Reading