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Warum IQ-Training selten hilft: Wissenschaftliche Gründe und effektive Alternativen

Der Intelligenzquotient (IQ), erstmals 1912 in Europa entwickelt, diente ursprünglich dazu, Personen zu identifizieren, die pädagogische Unterstützung benötigen. Viele Experten kritisieren seine Validität jedoch: IQ-Tests werden als voreingenommen zugunsten weißer, westlicher Testteilnehmer gesehen und erfassen nicht die vielfältigen Intelligenzformen wie soziale, musikalische oder mathematische Fähigkeiten.

Trotzdem steigen IQ-Werte weltweit. In westeuropäischen Ländern, Japan und Südkorea kletterten sie bis in die 1990er-Jahre um durchschnittlich drei Punkte pro Jahrzehnt – der sogenannte Flynn-Effekt, benannt nach Forscher James Flynn. Experten erklären dies mit besserer Ernährung, Schulbildung, weniger Infektionen und stimulierenderen Umwelten.

Aktiv den IQ zu steigern ist jedoch extrem schwierig. Eine Langzeitstudie zeigte: Selbst fünf Jahre intensive Förderung im Säuglingsalter hob den IQ nur marginal.

Für eine ganzheitliche Intelligenzsteigerung gibt es bessere Ansätze. Eine Umfrage des Imperial College London mit über 250.000 Teilnehmern fand: Viel Lesen verbessert die verbale Intelligenz, Videospiele stärken das Arbeitsgedächtnis – auch wenn kausale Belege fehlen.

Der wirksamste Booster? Regelmäßige Bewegung. Forscher der University of South Wales zeigten, dass Ausdauertraining den Hirn-abgeleiteten neurotrophen Faktor (BDNF) erhöht, essenziell für neue Nervenzellen und Verbindungen.

Mehr Einblicke

Eine Studie der University of British Columbia bestätigt: Aerobic-Übungen vergrößern den Hippocampus, zentral für verbalen Speicher und Lernen.

Während die Debatte um IQ-Training andauert, lohnen sich Lesen, Spielen und Sport oft mehr als der Jagd nach einer Zahl.