Ein Freund von mir hatte ein Dutzend oder mehr Schachteln desselben Müslis nebeneinander in seiner Küche stehen. Er schätzte dieses Frühstück und wollte keine Energie für die Suche nach Alternativen verschwenden. Den Verzicht auf Abwechslung und Spontaneität glich er durch höchste Effizienz aus. Kurz gesagt: Gewohnheiten sind automatisierte, gelernte Verhaltensweisen, die uns rasend schnell auf die Rätsel des Alltags antworten lassen.
Ohne Gewohnheiten wären Sie jeden Morgen von endlosen Entscheidungen gelähmt – duschen vor dem Essen oder umgekehrt? Was genau essen? Was anziehen? Welchen Weg zur Arbeit nehmen? Wo parken? Das tägliche Leben würde zur Qual.
Gewohnheiten beruhigen zudem, da feste Routinen Vorhersehbarkeit schaffen. Passt das zu Ihnen, haben Sie wahrscheinlich niedrige Werte bei „Offenheit für Erfahrungen“ – eine Persönlichkeitsdimension, die mit zunehmendem Alter tendenziell zunimmt. Nachteil: Viele Gewohnheiten sind ungesund, und zu viele drosseln Kreativität und rauben Spontaneität.
Zum Ändern: Gewohnheiten triggern Umgebungssignale wie die Müslischachtel oder das Café auf dem Weg. Ferien sind perfekt – neue Settings zwingen zum Umdenken statt Altem zu folgen.