Der Sinusknoten ist der natürliche Schrittmacher des Herzens. Er erzeugt elektrische Impulse, die die Herzmuskeln synchron schlagen lassen. Ein Herzstillstand entsteht meist durch eine lebensgefährliche Rhythmusstörung, eine sogenannte Dysrhythmie.
Bei solch einer Störung versetzt der Defibrillator das Herz mit einem gezielten Stromschock in einen synchronen Zustand. Dieser Impuls depolarisiert große Teile des Herzmuskels gleichzeitig, beendet die Rhythmusstörung und ermöglicht es dem Sinusknoten, den normalen Herzschlag wieder aufzunehmen. Der genaue Mechanismus ist wissenschaftlich gut erforscht und millionenfach in der Praxis bewährt.

Falls der Schock zu schwach ist, repolarisiert das Herz nicht vollständig, und die Störung hält an. Moderne Defibrillatoren überwachen den Herzrhythmus kontinuierlich und empfehlen bei Bedarf einen weiteren Schock.
Ein gängiger Mythos besagt, Defibrillatoren könnten ein stehendes Herz (Asystolie) neu starten. Das stimmt nicht: Ohne eigene elektrische Aktivität kann kein Defibrillator wirken. Sie resetten vielmehr den natürlichen Schrittmacher ähnlich wie ein Computer-Neustart.
Defibrillatoren sind für jedermann bedienbar. Sie verhindern Schocks bei nicht-schockbaren Rhythmen automatisch – Fehlbedienungen sind unmöglich. Entscheidend ist Schnelligkeit: Jede Minute zählt!